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Imageanalyse Trinkwasser 2011
1. Trinkwasser: Verhalten und Image
Rund 80 Prozent der Befragten im Kanton Zürich trinken regelmässig (mehrmals täglich bzw. jeden/fast jeden Tag) Hahnenwasser. Damit ist der Anteil Hahnenwassertrinker im Vergleich zu 2006 annährend gleich geblieben. Fast zwei Drittel der Bevölkerung können als „heavy user“ bezeichnet werden, sie trinken mehrmals täglich Hahnenwasser. Frauen trinken häufiger Hahnenwasser als Männer, was damit zu erklären sein könnte, dass sie grundsätzlich öfter zu Hause sind. In der Stadt Zürich ist die Trinkhäufigkeit höher als im übrigen Kantonsgebiet. Für jeden Zweiten, der zumindest ab und zu Hahnenwasser trinkt, ist der gute Geschmack des Wassers der Haupttrinkgrund. Hinzu kommt, dass es günstig, gesund und von guter Qualität ist. Befragte, die angeben selten oder nie Hahnenwasser zu konsumieren, tun dies vor allem deswegen nicht, weil sie Mineralwasser bevorzugen. 17 Prozent der „Verweigerer“ geben darüber hinaus an, dass ihnen Hahnenwasser nicht schmeckt.
Die Qualität des Zürcher Hahnenwassers ist gut. 93 Prozent der Befragten beurteilen dieses mit sehr gut bis gut. Die Qualität wird besser eingestuft als im Jahr 2006. Auch im Vergleich zu Mineralwasser beurteilt ein Fünftel die Qualität des Hahnenwassers besser. Rund 60 % geben an, dass diese genau gleich sei. In der Stadt Zürich wohnende beurteilen die Qualität des Hahnenwassers signifikant besser als diejenigen, die im übrigen Kanton wohnen. Auch Frauen empfinden die Qualität des Hahnenwassers im Vergleich zu Mineralwasser besser als Männer.
Das Image des Hahnenwassers ist, wie auch bereits im Jahr 2006, sehr gut. 96 Prozent geben an, dass es ein kostbares Gut ist. Darüber hinaus geben über 90 Prozent an, dass es klar und erfrischend ist. Hahnenwasser ist ein Gut, dass der Region zugeordnet wird, es ist gesund und wird als Naturprodukt angesehen. Für 67 Prozent der Befragten ist das Trinkwasser schadstofffrei. Dies sind im Vergleich zu 2006 3 Prozentpunkte mehr. Gut ein Viertel meint, das Trinkwasser sei verunreinigt. Dies vor allem mit Hormonen, Medikamentenrückständen und Düngemittel.
Trinkwasser ist nach Meinung der Befragten in der Schweiz reichlich vorhanden. Allerdings geben dies im Vergleich zu 2006 8 Prozent weniger an (75%). Dieser Unterschied ist signifikant. Bemühungen, Wasser zu sparen, sind aber im Vergleich zu 2006 mit 54 % (sparen ausgesprochen oder ziemlich stark) in etwa gleich geblieben. Von Frauen und mit zunehmendem Alter der Auskunftspersonen wird überdurchschnittlich gespart. Die grösste Motivation, Wasser zu sparen, ist das Umweltbewusstsein (61%). Lediglich 15 Prozent möchten durch das Wassersparen auch Geld sparen. Um dies zu erreichen, wird hauptsächlich darauf geachtet, den Wasserhahn nicht unnötig laufen zu lassen. Auch wird eher geduscht anstatt gebadet.
Die am häufigsten (von der Hälfte) bevorzugte Bezeichnung für das Produkt der öffentlichen Wasserversorgung ist „Trinkwasser“. Die „Marke Hahnenwasser“ landet mit deutlichem Rückstand und einer Anhängerschaft von gut einem Drittel auf dem zweiten Platz. Bei den Jungen (15-34 Jahre) schneidet Hahnenwasser gegenüber Trinkwasser mit 48:40 am besten ab. Mit zunehmendem Alter der Befragten hat Trinkwasser dann immer mehr Oberwasser ; Hahnenwasser hingegen verliert an Fans. Der Begriff Leitungswasser findet noch am meisten Unterstützung in der Gruppe, die auf den Genuss von Trinkwasser verzichtet.
2. Wasserverbrauch und Wasserpreis
Wie bereits im Jahr 2006 glauben drei Viertel der Befragten, dass der Wasserverbrauch in den letzten Jahren gestiegen ist. Im Durchschnitt schätzen die Befragten, dass sie pro Person und Tag 110.5 Liter Wasser verbrauchen. Im Vergleich zu 2006 liegt diese Schätzung um durchschnittlich 8.5 Liter pro Tag und Person höher.
Die Einschätzung des Wasserpreises fällt auch in diesem Jahr den Befragten schwer. Wie bereits im Jahr 2006 können zwei Drittel der Befragten keine Aussage über den Preis machen. Diejenigen, die eine Schätzung abgegeben haben, schätzen den Preis aber niedriger ein als noch im Jahr 2006. In diesem Jahr beträgt die Einschätzung des Wasserpreises CHF 5.39 pro m3. Die Einstufung der Angemessenheit des Wasserpreises ist ähnlich wie im Jahr 2006. Rund 60 Prozent empfinden den Preis gerade richtig. 19 Prozent geben an, dass sie dieser zu niedrig sei. Dies sind 7 Prozentpunkte mehr als 2006. Als grösster Kostenfaktor wird weiterhin die Aufbereitung gesehen. Gefolgt von der Instandhaltung von Leitungsnetz und Anlagen und personellen Kosten.
3. Wasserversorgung
Im Jahr 2011 geben 45 Prozent der Befragten an, dass sie eine Wasserversorgung besichtigt haben. Dies sind etwas mehr als im Jahr 2006. Der Gesamteindruck der Wasserversorgung ist gut bis sehr gut. Knapp 60 % der Befragten empfinden die Wasserversorgung sehr gut. Speziell in der Stadt Zürich, mit zunehmendem Alter und Bildungsniveau ist der Gesamteindruck am besten. Auch das Vertrauen in die Wasserversorgung ist mit 90 Prozent hoch. Fast jeder Befragte vertraut seiner Wasserversorgung.
Die Wasserversorgung im Kanton Zürich wird als zuverlässig sowie effizient und leistungsstark wahrgenommen. Zudem wird ihr Fokussierung auf die allgemeine Kundenzufriedenheit attestiert. Dies sind gute Imageeigenschaften, bei denen es sich lohnt, diese zu halten bzw. weiter auszubauen. Handlungsbedarf aufgrund tieferer Zufriedenheit ist am ehesten im Bereich der Informationen zu lokalisieren: Einerseits bezüglich klarer und transparenter Informationen über Wasser und andererseits bezüglich dem umweltfreundlichen Umgang mit Trinkwasser. Bei diesen beiden Kriterien bringt über ein Drittel der Bevölkerung Vorbehalte an. Am wenigsten Stellungnahmen erfolgen bezüglich Attraktivität als Arbeitgeber. Dies ist auch ein Indiz für mangelnde Informationen; diesmal jedoch hinsichtlich der eigenen Tätigkeit und der Stellenangebote der lokalen Wasserversorgung. Relativ viele diesbezügliche Urteile beinhalten Vorbehalte.
Wo am ehesten dringender Handlungsbedarf besteht, kann (z.B. nebst dem Unternehmensleitbild) u.a. anhand des Qualitätsportfolios beurteilt werden. Generell bestätigt das Portfolio, dass die lokale Wasserversorgung im Durchschnitt die Prioritäten richtig setzt; denn: je wichtiger ein Kriterium ist, umso besser wird es von den Kunden beurteilt. Die bereits erwähnten drei Hauptstärken sowie die nächsten am besten bewerteten Aspekte „qualifiziertes Personal“ und „sympathisches Unternehmen“ stellen zusammen die strategischen Stärken der Wasserversorgungsunternehmen dar, die es weiterhin zu festigen sind. Da dort die Ergebnisse unterdurchschnittlich ausfallen und gleichzeitig die Relevanz bzw. Hebelwirkung über dem Mittel liegt, sollten in folgenden Bereichen Verbesserungen angestrebt werden:
- Attraktiver Arbeitgeber
- Bemüht sich um kostengünstige Trinkwasserabgabe
Das Vertrauen der Befragten in ihre Wasserversorgung ist hoch und dieses gilt es zu halten. Rund 90 Prozent der Befragten geben an, dass die Wasserversorgung ihre beiden wichtigen Aufgaben (Qualitätskontrollen von Trinkwasser und Instandhaltung vom Leitungsnetz) wahrnimmt.
Der Staat erfüllt beim Thema Wasserversorgung eine wichtige Aufgabe. Diese soll auf jeden Fall unter staatliche Kontrolle bleiben. Dies geben 65 Prozent der Befragten an. Im Vergleich zu 2006 hat dieser Prozentanteil allerdings um 10 Prozentpunkte abgenommen. Bei der letzten Messung waren noch 75 Prozent der Meinung, dass die Überwachung des Staates beibehalten werden sollte. Die Gewinnerwirtschaft einer Wasserversorgung spaltet die Befragten in drei fast gleich grosse Gruppen: 33 Prozent sind der Meinung, dass eine Wasserversorgung durchaus Gewinn erwirtschaften darf. 37 Prozent stimmen einer begrenzten Gewinnererwirtschaftung zu und 28 Prozent verneinen diese. Bei der Frage nach einer möglichen Privatisierung der Wasserversorgung sind sich die Befragten einig. Rund 90 Prozent sehen die Wasserversorgung in öffentlicher Hand.
4. Informationen und Interessenkonflikt Qualität/Renaturierung
Informationen über Trinkwasser liefern die Wasserversorgung selbst und die Gemeinde, gefolgt von Zeitungen, Zeitschriften und Internet. 14 Prozent der Befragten geben an, keine Informationen zu erhalten. Dabei ist das Interesse an Informationen relativ hoch. Rund zwei Drittel der Befragten gibt dieses als sehr gross bis gross an.
Die Umfrage zeigt, dass sowohl die Gewährleistung einer hohen Trinkwassersicherheit als auch die Renaturierung naturnaher Bach- und Flussläufe ein Anliegen von grossen Bevölkerungsmehrheiten sind (z. B. Noten 10-7):
- Trinkwassersicherheit: 92 %
- Renaturierung: 71 %
Der hohe Stellenwert beider Themen bzw. der Interessenkonflikt wird auch dadurch bestätigt, dass 34 % aller Befragten bei der ersten Frage beide Themen gleich hoch gewichten. Dass jedoch die Trinkwassersicherheit für die Bevölkerung trotzdem klar Priorität hat, zeigen die Unterschiede bezüglich der Häufigkeit der Note 10 sowie die Stichfrage. Bei diesen beiden Kriterien dominiert die Trinkwassersicherheit ungefähr im Verhältnis 2:1.
5. Fazit und Handlungsempfehlungen
Die Wasserversorgung im Kanton Zürich geniesst volles Vertrauen innerhalb der Bevölkerung. Darüber hinaus liefert sie Trinkwasser von hoher Qualität, welches von den Konsumenten sehr geschätzt wird. Zu überlegen wäre, den Konsumenten im Versorgungsgebiet Informationen zugänglicher zu machen. Das Thema umweltfreundlicher Umgang mit Trinkwasser könnte für die Konsumenten durchaus interessant sein.
45 Prozent der Befragten haben bereits schon einmal eine Wasserversorgung besichtigt. Dieser Anteil ist im Vergleich zu 2006 etwas gestiegen, dennoch hat über die Hälfte noch nie an einer Besichtigung teilgenommen. Aus Marketingsicht wäre hier ein Ansatzpunkt zu sehen, um das Vertrauen in die Wasserversorgung und auch den Trinkwasserkonsum zu erhöhen. Das zeigen die Ergebnisse derjenigen, die bereits eine Wasserversorgung besichtigt haben. Ein Besuch bei der Wasserversorgung könnte als attraktive Freizeitbeschäftigung für Familien oder spannender Ausflug für Schulklassen gestaltet werden.
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