Sanierungsmassnahmen bei Wasserkraftwerken nach Art. 83 GSchG

Neben der Revitalisierungsplanung sind die Kantone im Rahmen des revidierten Gewässerschutzgesetzes zu weiteren Planungen verpflichtet, insbesondere Sanierungsmassnahmen bei Wasserkraftwerken.

Sanierungsplanung Schwall/Sunk

Ziel: Vermeiden oder Reduzieren von unnatürlichen und plötzlich auftretenden, starken Abflussschwankungen durch den Betrieb von Wasserkraftanlagen.

Ergebnis: Von 28 untersuchten Kraftwerke sind 19 sanierungspflichtig (davon 13 Anlagen am Aabach zwischen Wetzikon und Uster). Zu treffende Massnahmen können baulicher Art (z.B. Ausgleichsbecken) oder betreiblicher Art (z.B. Turbinensteuerung) sein.

Reaktivierung Geschiebehaushalt

Ziel: Verbesserung der ökologischen Funktion (Laichsubstrat für Fische) und Hochwasserschutz (verhindern Sohlenerosion)

Ergebnis: Von ca. 600 untersuchten Einbauten/Anlagen wurde bei 109 Anlagen eine Beeinträchtigung des Geschiebehaushalts festgestellt. Total wurden 1035 km Gewässer untersucht und davon sind rund 410 km wesentlich beinträchtigt. Bei den 109 sanierungs- bzw. optimierungsbedürftigen Anlagen handelt es sich um:

  • 15 sanierungsbedürftige Anlagen Dritter (davon 9 Wasserkraftwerke)
  • 37 sanierungsbedürftige Anlagen Kanton und Gemeinden (z.B. Geschiebesammler)
  • 57 Anlagen mit Optimierung über Unterhaltskonzept

Wiederherstellung Fischgängigkeit

Ziel: Herstellen der Fischwanderung (Auf- und Abstieg) mit technischen Massnahmen bei kraftwerksbedingten Wanderhindernissen.

Ergebnis: Von 97 untersuchten Kraftwerken sind 55 sanierungspflichtig (130 Hindernisse). Eine höhere Dringlichkeit besteht an Gewässern mit Wanderfischern und
mit hohem ökologischen Potenzial. 42 Kraftwerke konnten aus der Sanierungspflicht entlassen werden, da entweder die Beeinträchtigung unwesentlich ist oder weil nur ein geringer  Nutzen für das Gewässer erzielt werden könnte.

Wiederherstellung der Fischwanderung - Beurteilungen Fischaufstiege