Gewässerraum

Welche Nutzungseinschränkungen gelten im Gewässerraum?

Grundstücke, Bauten und Anlagen, die im Gewässerraum liegen, verbleiben im Eigentum ihrer bisherigen Inhaberinnen und Inhaber. Es gelten jedoch einige Nutzungseinschränkungen.

Keine neuen privaten Gebäude und Anlagen

Im Gewässerraum gilt grundsätzlich ein Bauverbot. Neue, privat genutzte Bauten und  Anlagen, Ersatzbauten und Erweiterungen sind im Gewässerraum nicht  erlaubt. In dicht überbauten Gebieten sind aber Ausnahmebewilligungen  möglich.Bestehende Bauten und Anlagen, die rechtmässig erstellt  wurden und bestimmungsgemäss nutzbar sind, sind in ihrem Bestand  grundsätzlich geschützt. Gewisse Umbauten, innere Erweiterungen und  Umnutzungen bleiben aufgrund der erweiterten Besitzstandsgarantie  möglich.Wenn eine Parzelle teilweise im Gewässerraum liegt,  verringert das die zulässige bauliche Ausnützung der gesamten Parzelle nicht.

Kein Dünger und keine Pflanzenschutzmittel

Wer einen  Garten besitzt, der im Gewässerraum liegt, darf ihn weiter nutzen. Um zu verhindern, dass schädliche Substanzen ins Gewässer gelangen, dürfen  aber innerhalb des Gewässerraums kein Dünger und keine  Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Neue Bauten  und Anlagen wie  beispielsweise Gartenhäuser sind nicht erlaubt.

Bauten und Anlagen im öffentlichen Interesse bleiben möglich

Für Bauten und Anlagen im öffentlichen Interesse kann das Bauverbot im  Gewässerraum gelockert werden. Diese müssen aber zwingend auf einen  Standort am Gewässer angewiesen sein. Der Gewässerraum sichert somit  auch den Raum, damit künftig neue Erholungsangebote mit Bezug zum  Gewässer entstehen können.Auch standortgebundene  Infrastrukturbauten wie Brücken oder Teile von Anlagen, die der  Wasserentnahme oder -einleitung dienen, können im Gewässerraum bewilligt werden.

Harmonisierung mit bisherigen Nutzungseinschränkungen

Bereits heute gelten Nutzungseinschränkungen entlang der Gewässer: Bauten und  Anlagen müssen gemäss dem kantonalen Wasserwirtschaftsgesetz (§ 21)  einen Abstand von mindestens fünf Metern zum Gewässer einhalten.  Verschiedentlich sind zudem Gewässerabstandslinien oder  Gewässerbaulinien in Kraft. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und  Dünger ist gemäss der Chemikalien-Risikoreduktionsverordnung des Bundes  in einem Streifen von drei Metern entlang der Ufer verboten.Der Gewässerraum wird mit den bestehenden Bestimmungen harmonisiert, sodass künftig möglichst nur noch eine Vorgabe massgebend ist. Der Gewässerraum schafft damit klare Verhältnisse und erhöht die Rechtssicherheit für Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer: Während der Gewässerabstand bis anhin fallweise im Zuge des Baubewilligungsverfahrens berechnet wurde, gilt neu ein grundeigentümerverbindlicher Gewässerraum, der in der kantonalen Gewässerraumkarte jederzeit öffentlich einsehbar ist.  Ausserdem ersetzt er die strengeren Übergangsbestimmungen, die bis zur definitiven Festlegung des Gewässerraums zur Anwendung kommen.

Mehr zum Thema

Faktenblatt Wege im Gewässerraum 2017