Gewässerraum

Wozu dient der Gewässerraum?

Natürliche Funktionen der Gewässer sichern

Gewässer haben vielerlei natürliche Funktionen. Sie transportieren Wasser, Geschiebe und Holz und bilden vielfältige und vernetzte Lebensräume: An ihren Rändern treffen Wassertiere und -pflanzen auf Arten, die an Land leben und wachsen. Amphibien, die sich sowohl im Wasser wie auch an Land bewegen, finden hier ihren primären Lebensraum. Natürliche Gewässer sind vielfältig und dynamisch, denn sie verändern sich je nach Wasserstand. Mäandrierende Gewässer bilden Steil- und Flachufer aus. Verzweigte Gerinne schaffen Kiesinseln als wertvolle neue Lebensräume.

Der Gewässerraum sichert den Raum, den die Gewässer benötigen, um ihre natürlichen Funktionen wahrnehmen können. Zudem verhindert er, dass schädliche Stoffe aus Dünge- oder Pflanzenschutzmitteln ins Gewässer gelangen.

Zahlreiche heute verbaute und begradigte Fliessgewässer sollen in Zukunft wieder naturnäher gestaltet werden. Der Gewässerraum stellt sicher, dass der benötigte Raum für geplante Revitalisierungen vorhanden ist.

Hochwasserschutz

Auch für die Menschen übernimmt der Gewässerraum wichtige Funktionen: Ein ausreichend grosser Gewässerraum bietet dem Hochwasser Platz und schützt so die umliegenden Gebäude und Infrastrukturen vor Überschwemmungen. Das kostet weniger, als wenn der Hochwasserschutz mit Dämmen, Mauern oder anderen baulichen Massnahmen wie Rückhaltebecken oder Entlastungsstollen sichergestellt werden muss.

Wo Hochwasserschutzbauten dennoch notwendig sind, bietet der Gewässerraum dafür ausreichend Platz.

Erholung und Wasserkraftnutzung

Ob in städtischen Gebieten oder auf dem Land: Viele Menschen zieht es in ihrer Freizeit ans Wasser. Der Gewässerraum stärkt die Gewässer als attraktive Naherholungsgebiete: Er sichert den Raum für heutige und künftige Erholungsangebote am Wasser und verhindert, dass die Gewässer stärker zugebaut werden.  

Auch Wasserkraftwerke sind auf einen Standort am Wasser angewiesen. Zudem benötigen Massnahmen zur ökologischen Sanierung von Wasserkraftwerken (z. B. Fischtreppen oder Umgehungskanäle) künftig zusätzlich Platz, der mit dem Gewässerraum gesichert wird.