Hochwasserrückhalteraum Hegmatten

Aktuell

Im Frühling 2017 wird gefeiert

Am 24. März 2015 gab Regierungsrat und Baudirektor Markus Kägi beim Schloss Hegi den Startschuss für die Bauarbeiten am Rückhalteraum. Sofern nichts Unvorhergesehenes eintritt, wird der Hochwasserückhalteraum Hegmatten im kommenden Frühling nach zwei Jahren Bauzeit planmässig fertiggestellt. Das will gefeiert werden. Das Eröffnungsfest, zu dem Sie herzlich eingeladen sind, wird im Mai 2017 stattfinden.

Rümikerstrasse bald wieder offen

Die Baustelle an der Rümikerstrasse gehört der Vergangenheit an.

Die Bauarbeiten am Hochwasser-rückhalteraum kommen planmässig voran. Der Zuflusskanal und das Trenn-bauwerk sind fertig gebaut. Dadurch ist die Rümikerstrasse spätestens Ende November wieder offen. In den nächsten Monaten finden die Hauptarbeiten am Nord- und Süddamm statt.

Die grosse Baustelle mitten im Wohn- quartier wird immer kleiner. Ein Meilenstein ist erreicht: Der 390 Meter lange Zufluss- kanal, der Einlauf in den Hochwasser- rückhalteraum, und das Trennbauwerk sind fertig gebaut. «Langsam, aber sicher ziehen dort die Baumaschinen ab. Spätestens ab Ende November ist die Rümikerstrasse wieder durchgängig befahrbar», erklärt Max Bösch, Projektleiter des AWEL und ergänzt: «Mit der Fertigstellung des Zuflusskanals und des Trennbauwerks sind die lärmintensivsten Arbeiten im Quartier abgeschlossen. Wir danken den Anwohnerinnen und Anwohnern herzlich für ihre Geduld.» Die Arbeiten am Nord- und Süddamm laufen derweil auf Hochtouren. Im Frühling 2017 wird der Hochwasser- rückhalteraum, der Winterthur besser vor Überschwemmungen schützt, fertig sein.

Es grünt so grün

Wenige Wochen nach der Pflanzaktion mit Winterthurer Primarschülerinnen und -schülern grünt es rund um den Riedbach

Der früher kanalisierte Riedbach hat Raum bekommen. Statt in einem Kanal fliesst er seit Februar in einem naturnah gestalteten Bachbett durch die Hegmatten und kann sich dort natürlich entwickeln.

In ein bis zwei Jahren werden sich die ersten Bachforellen im Riedbach tummeln. Weitere Arten werden folgen, sobald sich der revitalisierte Bach mit seiner Vegetation, den ver- schiedenen Lebensräumen und dem Nahrungsmittelangebot soweit weiterentwickelt hat, dass er ihnen gute Lebensbedingungen bietet. Ziel ist es, auch selten gewordene Arten anzusiedeln – zum Beispiel die Elritze, die Groppe, den Gründling sowie Edel- und Stein-krebse. «Im Gegensatz zur Bachforelle werden wir da aber etwas nachhelfen müssen. Das heisst, wir werden einige Tiere aussetzen und beobachten, wie sich die Population entwickelt», erklärt Eduard Oswald, der Fischereiaufseher des Kantons Zürich, und ergänzt: «Dafür müssen wir der Natur Zeit geben. Es wird mindestens zehn Jahre dauern bis sich das Ökosystem etabliert hat.»

Entdeckungsreise entlang des Riedbachs
Wer sich den Bachverlauf genau ansieht, entdeckt die verschiedenen neuen Lebensräume, welche zu einer höheren Biodiversität im und um den Riedbach führen werden. Steinhaufen und mit Steinen aufgefüllte Vertiefungen bieten Insekten und Eidechsen ein Zuhause. Wurzelstöcke und gebündelte Weidenäste entlang dem Wasserlauf sowie Natursteine im Bachbett spenden den Fischen Schatten und bieten ihnen Unterschlupf. Mit tatkräftiger Unterstützung von Winterthurer Primarschülerinnen und -schülern wurde auch den Ufern Leben eingehaucht. Im vergangenen Sommer tauchten die rund 2000 einheimischen Pflanzen, die den Riedbach säumen, die zuvor karge Mondlandschaft in liebliches Grün.

Wertvoll für Mensch und Natur

Zauneidechse

Ab Februar 2017 werden nordwestlich des Schlosses Hegi die neuen Weiher angelegt. Sie sollen die Biodiversität in der Region erhöhen und die Hegmatten als Naherholungsgebiet aufwerten.

Gebiete mit grosser Artenvielfalt sind die kunterbunten «Grossstädte» der Natur. Sie beherbergen auf relativ kleinem Raum eine grosse Zahl an unterschiedlichen Pflanzen und Tieren, die in den vielfältigen Lebens-räumen genau jene Bedingungen finden, die sie zum Gedeihen benötigen. Der Bereich mit den neuen Weihern soll zu so einer natürlichen «Grossstadt» werden, zu einem Paradebeispiel für Biodiversität.

Schachbrettfalter

Zuhause für selten gewordene Tierarten
Genau gesagt handelt es sich bei den künstlich angelegten Gewässern um einen Weiher und vier Tümpel. Der Fachbegriff Tümpel steht für ein eher flaches Gewässer, das im Jahresverlauf auch mal austrocknet. Während der Weiher eine höhere Wasser- tiefe aufweist und permanent Wasser führt, ist die Phase der Austrocknung bei den nur etwa ein Meter tiefen Tümpeln ganz natürlich und sogar erwünscht. «Ein temporär austrocknender Tümpel mag für das Auge nicht so schön aussehen, ist aber aus öko- logischer Sicht extrem wertvoll. Denn er bietet bedrohten Arten wie der Kreuzkröte ein Zuhause», erklärt Isabelle Minder von der Fachstelle Naturschutz des Kantons Zürich.

Rückkehr in die Hegmatten
Die Kreuzkröte zählt mit einer Länge von durchschnittlich vier bis acht Zentimetern zu den kleineren Krötenarten. Ihr natürlicher Lebensraum, die Flussauen, fielen der Kanalisierung und Begradigung der Flüsse zum Opfer, wodurch sich ihr Bestand in der Schweiz drastisch verringerte. Darum befindet sich die Kreuzkröte auf der roten Liste der gefährdeten Arten. Früher lebte sie in der Hegmatten und hier soll sie wieder heimisch werden.
 

Kreuzkröte

Spärliches Gras, grosse Artenvielfalt
Der Bereich um den Weiher und die Tümpel wird so gestaltet, dass beste Voraus- setzungen für eine möglichst hohe Bio- diversität herrschen. So wird auf dem Kiesboden eine locker bewachsene, sogenannte Magerwiese angelegt. Sie ist in der Schweiz nur noch selten anzutreffen und zeichnet sich durch besonderen Arten- reichtum aus. Zum Vergleich: Die grünen, dichten Wiesen, die landwirtschaftlich genutzt werden, beherbergen rund 20 verschiedene Pflanzen. Gute Magerwiesen kommen auf mehr als 100 Arten. Verschiedene Schmetterlinge, Falter und Heuschrecken tummeln sich zudem gerne darin. Auch der Kiesboden und die Steinhaufen haben ihren Zweck. Sie sind Lebens- raum für Insekten und Eidechsen. «Wir hoffen auf die Rückkehr der Zauneidechse, eines weiteren Tiers von der roten Liste der gefährdeten Arten», ergänzt Minder.

Den Wandel beobachten, Neues entdecken
Die Arbeiten an den Stillgewässern werden im Februar 2017 beginnen. Anschliessend werden sich der noch leere Weiher sowie die Tümpel mit Regenwasser füllen und die Umgebung wird immer grüner werden. Ob sich die Natur in und um den rund 1500 Quadratmeter grossen Weiher und die kleineren Tümpel (150 bis 400 Quadratmeter) wie gewünscht entwickelt, wird eine ökologische Erfolgskontrolle während sechs Jahren zeigen.