Abgasmessungen RSD

Der Remote Sensing Detector (RSD) ist ein System zur berührungsfreien Messung von Schadstoffen im Abgas vorbeifahrender Fahrzeuge. Indem die Abschwächung eines durch die Abgaswolke geleiteten Lichtstrahls gemessen wird, lassen sich Aussagen zur Konzentration verschiedener Schadstoffe im Abgas machen. Das System eignet sich zur Ermittlung des realen Emissionsverhaltens von Fahrzeugen. Indem eine grosse Anzahl Fahrzeuge gemessen wird, lassen sich Aussagen über die Abhängigkeit der Schadstoffemissionen von der Fahrdynamik (Geschwindigkeit, Beschleunigung) oder bestimmter Kategorien des Fahrzeugparks (Alter, Motorenart, Marke, etc.) machen. Lastwagen können wegen der unterschiedlichen Anordnung des Auspuffs nur teilweise gemessen werden.

Ziele der RSD-Messungen

Das primäre Ziel der RSD-Messungen ist, Erkenntnisse über die Emissionen der Fahrzeuge in realen Verkehrssituationen zu erhalten - beispielsweise über den Anteil hochemittierender Fahrzeuge am gesamten Fahrzeugbestand, dem Alterungsverhalten von Abgasreinigungssystemen sowie der Abhängigkeiten der Schadstoffwerte von einzelnen Abgasstufen (EURO-Normen).

Ein weiteres Ziel der RSD-Messungen ist es, den Einfluss von verkehrsbedingten Faktoren wie beispielsweise der Fahrdynamik (Beschleunigung, Geschwindigkeit) auf den Abgasausstoss zu analysieren.

Messungen an Einzelfahrzeugen haben nur indikativen Charakter und sind rechtlich nicht verbindlich. Die gewonnenen Erkenntnisse dienen primär als Grundlage für die Planung und den Vollzug von Luftreinhalte-Massnahmen.

Messresultate und -verfahren

Seit Messbeginn im April 1997 wurden mit dem RSD-Messverfahren rund 600'000 Fahrzeuge gemessen. Die wichtigsten bisherigen Erkenntnisse aus den RSD-Messungen sind die folgenden Punkte.

Seit 2005 ist bei den Personenwagen keine deutliche Abnahme der durchschnittlichen NO-Konzentrationen mehr erkennbar. Dies obwohl die Abgasnormen in dieser Zeit zweimal verschärft wurden. Betrachtet wurden jeweils die mittleren Konzentrationen der Fahrzeuge, welche in einem bestimmten Jahr in Betrieb genommen wurden.

Die CO- und NO-Konzentrationen haben seit 2000 um je 50% abgenommen, das ist langsamer als aufgrund der Prognosen erwartet. Die Abnahme der Schadstoffkonzentration ist bis 2007 ausgeprägt, danach jedoch kaum mehr feststellbar.

Die Zusammensetzung der Fahrzeugflotte hat sich stark verändert. Der Diesel-Anteil an den PW-Neufahrzeugen hat auf über 40% zugenommen. Seit 2007 verfügen die meisten Diesel-PW über Partikelfilter. 4 von 5 Lieferwagen sind seit jeher mit Dieselmotoren ausgerüstet, aber erst zu 53% auch mit Russfiltern.

Dieselfahrzeuge emittieren bis zu 20x mehr NO als Benzinautos. Die Differenz bei den Gesamtstickoxiden (NOx) wird sogar noch grösser, weil Dieselmotoren zusätzlich mehr primäres NO2 ausstossen, das mit RSD bisher nicht gemessen werden kann.

Die Fahrzeugalterung hat einen geringen Einfluss auf das Abgasverhalten.

Die verschärften Abgasnormen wirken sich nur noch abgeschwächt auf die Emissionen aus. Bis Euro 4 (2006) nahmen CO und NO ab, seither nicht mehr. Die Messungen von Euro 6-Dieselfahrzeugen zeigen nun eine Verbesserung, wenngleich diese den Erwartungen hinterher hinkt.

Bei den Dieselfahrzeugen zeigt sich sowohl bei den Personen- wie auch den Lieferwagen ein deutlich zu hoher NOx-Wert. Bei den Lieferwagen weisen die neusten Fahrzeugmodelle sogar die höchsten NOx-Emissionen auf.

Fazit: Motorfahrzeuge bleiben die wichtigste Schadstoffquelle in der Schweiz. Aufgrund ihrer grossen Anzahl wirken sich auch geringe Emissionsänderungen schnell auf die gesamte Luftqualität aus. Je schärfer die Abgasvorschriften, desto schwieriger wird deren flächendeckende Einhaltung durch alle Fahrzeugtypen und –marken. Differenzierte Kontrollmessungen sind deshalb immer wichtiger. Die RSD-Messungen werden im bisherigen Rahmen weitergeführt und wenn möglich mit NO2-Messungen ergänzt.