Verkehr

Foto von typischer Verkehrssituation in Zürich, Blick von Hauptbahnhof Richtung Central, zu sehen sind Tram, Autos, Fussgänger und Velo
Verkehrssituation in Zürich

Rund zwei Drittel der Stickoxid-Emissionen und ein Drittel der Feinstaub-Emissionen, welche im Kanton Zürich in die Luft gelangen, stammen aus dem Verkehrsbereich. Die einzelnen Fahrzeuge wurden in den letzten Jahren aufgrund der zunehmend schärferen Abgasvorschriften des Bundes immer sauberer. Diese Verbesserung wurde jedoch durch die zunehmende Verkehrsleistung praktisch kompensiert. Gemäss Prognosen soll sich die Situation in den nächsten Jahren ändern. Bis 2020 zeigen die Prognosen eine deutliche Reduktion der Stickoxid- sowie der Russ-Emissionen (als Teil von Feinstaub) aus dem Verkehrsbereich. Diese Entwicklung wird durch den zunehmendem Einsatz von Partikelfiltern und Entstickungssystemen bei dieselbetriebenen Fahrzeugen sowie verbesserte Motorentechnologien ermöglicht.

Feldüberwachung der Verkehrsemissionen

Damit die prognostizierte Verminderung der Verkehrsemissionen auch tatsächlich eintritt, müssen die künftigen Abgasnormen vollumfänglich wirksam werden. Die technisch strengen Anforderungen werden jedoch immer schwieriger einzuhalten. So haben Messungen im realen Fahrbetrieb gezeigt, dass die Stickoxid-Emissionen der Fahrzeuge deutlich höher sind, als dies aufgrund der Entwicklung der Abgasgrenzwerte und aufgrund der Prüfstandsmessungen zu erwarten gewesen wäre.

In der Regel werden die Schadstoff-Emissionen eines neuen Fahrzeugtyps auf dem Rollenprüfstand ermittelt. Dies bedeutet, dass ein genau definierter Fahrzyklus abgefahren wird und die Emissionen während diesem Fahrzyklus ermittelt werden. Die Messungen im realen Fahrbetrieb zeigen jedoch, dass die standardisierten Prüfstandmessugen die Emissionen unter realen Verkehrsbedingungen nur ungenügend abbilden.

Der Kanton Zürich überwacht deshalb die Entwicklung der Fahrzeug-Emissionen im realen Fahrbetrieb mittels Luftschadstoff-Messungen am Strassenrand (im Abgasstrahl vorbeifahrender Fahrzeuge) sowie mittels Messungen der Schadstoffbelastung in Autobahntunneln.

Die Durchführung von Feldüberwachungen wird künftig zunehmend wichtiger, da bei neueren Fahrzeugen (mit On-Board-Diagnose-System OBD) die Abgaswartung in der Werkstatt nicht mehr Pflicht ist. Gleichzeitig nimmt die Verkehrsleistung sowie die Zahl der immatrikulierten Fahrzeuge zu.

Siedlung und Verkehr

Um die zurückgelegten Autokilometer möglichst gering zu halten, ist es wichtig, dass das Verkehrsnetz mit einem gut ausgebauten öffentlichen Verkehr sowie geeigneten Fuss- und Veloweg-Verbindungen kombiniert wird. Zur ausgewogenen Weiterentwicklung aller Verkehrsmittel und zur Abstimmung von Siedlung und Verkehr erstellt der Kanton ein kantonales Gesamtverkehrskonzept, welches durch regionale Gesamtverkehrskonzepte und Agglomerationsprogramme kontretisiert wird. Dabei stützt er sich auf den vom Kantonsrat beschlossenen kantonalen Richtplan. Dieser regelt auch die Erschliessungsqualität von verkehrsintensiven Nutzungen mit öffentlichen Verkehrsmitteln und den Transportanteil von Massengütern auf der Schiene. Zudem wird im Richtplan festgelegt, wo Ortsumfahrungen erstellt werden sollen.

Detaillierte Auflagen zur Luftreinhaltung werden einerseits im Rahmen von Umweltverträglichkeitsprüfungen zu grösseren Bauvorhaben festgeschrieben. Andererseits werden auch bei Gestaltungsplänen zu grösseren Vorhaben ohne Umweltverträglichkeitspflicht entsprechende Auflagen oder Empfehlungen gemacht. Bei der Revision von Bau- und Zonenordnungen wird den Gemeinden ausserdem empfohlen, die Wegleitung zur Regelung des Parkplatzbedarfs anzuwenden.