Wirkungen

Foto von Blumenwiese
Artenreiche Naturwiese

Die übermässige Luftschadstoffbelastung führt zu Beeinträchtigungen der Gesundheit sowie zu Schäden an Gebäuden und empfindlichen Ökosystemen. Kurzfristige Belastungsspitzen als auch langfristige Belastungen können die Gesundheit beeinträchtigen.

Die Luftverschmutzung im Kanton Zürich verursacht jährliche Kosten von mehr als 800 Millionen Franken. Davon machen die Gesundheitskosten mit rund drei Vierteln den Hauptanteil aus.

Auswirkungen auf die Gesundheit

Jahre- und jahrzehntelange Belastungen mit Luftschadstoffen können zu chronischen Erkrankungen der Atemwege (etwa Lungenkrebs) sowie des Herz-Kreislaufsystems führen. Dies zeigen unter anderem zwei in der Schweiz durchgeführte Studien (SAPALDIA und SCARPOL).

Auch kurzfristige Veränderungen der Luftschadstoffbelastung können einen Einfluss auf Erkrankungen der Atemwege und des Herz-Kreislaufsystems haben. Insbesondere bei Personen, welche bereits an einer Lungen- oder Herz-Kreislauferkrankung leiden, kann sich der Gesundheitszustand dadurch verschlechtern.

Einfluss von kurzfristigen Veränderungen der Feinstaub(PM10)-Belastung auf Spitaleintritte

Eine in der Schweiz durchgeführte Gesundheitsstudie zeigt, dass die Spitaleinweisungen nach einem raschen Anstieg der Feinstaubbelastung zunehmen. 

  • Bei einem PM10-Anstieg um 10 µg/m3 (im Zweitagesmittel) nahmen die krankheitsbedingten Spitaleinweisungen insgesamt um 0.17% zu und jene aufgrund von Herz-Kreislauferkrankungen um 0.43%. 
  • Bei einem PM10-Anstieg um 10 µg/m3 (im Viertagesmittel) nahmen die Spitaleinweisungen aufgrund von Atemwegserkrankungen insgesamt um 0.22% und in der Population der über 75-jährigen Personen um 1.11% zu. 

Während Wintersmog-Phasen sind solche kurzfristigen Veränderungen der Luftschadstoffbelastung typisch. Wintersmog-Phasen stellen somit eine besondere Belastung für die Gesundheit der Bevölkerung dar. Zur Verminderung der Schadstoffbelastung werden deshalb kurzfristige Massnahmen umgesetzt.

Einfluss von Ozon auf die Gesundheit

Beim Ozon muss zwischen der Ozonschicht in der Stratosphäre, welche uns vor der Sonneneinstrahlung schützt und dem bodennahen Ozon unterschieden werden. Während Sommersmog-Phasen kann das bodennahe Ozon hohe Konzentrationen erreichen und Reizungen der Augen und der Schleimhaut der Atemwege verursachen sowie die Leistungsfähigkeit der Lungen beeinträchtigen. Besonders für empfindliche Personen kann dies zu einer massiven Einschränkung des körperlichen Wohlbefindens führen. Im Hitzesommer 2003 sind in der Schweiz rund 1000 zusätzliche Todesfälle eingetreten, insbesondere unter älteren Menschen. Rund ein Drittel dieser Todesfälle ist der übermässigen Ozonbelastung anzulasten.

Auswirkungen auf empfindliche Ökosysteme

Naturnahe Wiesen, Wälder und Moore können übermässige Stickoxid(NOx)- und Ammoniak(NH3)-Emissionen langfristig nicht verkraften. Der übermässige Stickstoff(N)-Eintrag führt zu einer Überdüngung und Versauerung des Bodens. Dies vermindert das Wurzelwachstum der Bäume. Wälder werden weniger widerstandsfähig gegenüber Stürmen, Frost, Trockenheit und Schädlingen und in der Landwirtschaft werden die Ernteerträge geschmälert.

Auch zu hohe Ozon-Konzentrationen können die Pflanzen schädigen und das Wurzelwachstum von Bäumen beeinträchtigen. Zu hohe Ozon-Belastungen lassen sich anhand von helleren, rötlichen oder braunen Punkten auf grünen Blättern erkennen.

Im Auftrag des Kantons Zürich sowie weiterer Kantone und des BAFU (Bundesamt für Umwelt) wird der Gesundheitszustand des Waldes deshalb in einer breit angelegten Studie überwacht. Auf vielen Waldflächen der beteiligten Kantone werden seit rund 30 Jahren Messungen durchgeführt. Die Messungen liefern wichtige Grundlagen zum Verständnis der Waldfunktionen und zeigen die Entwicklung des Waldes auf. Die Studie dient somit auch als Frühwarnsystem für das Ökosystem Wald.

Kosten der Luftschadstoffbelastung

Die Luftverschmutzung im Kanton Zürich kostete die Bevölkerung im Jahr 2010 882 Mio. Franken. Denn die gesundheitlichen Beeinträchtigungen und Gebäudeschäden ziehen Kosten nach sich.

Säulendiagramm, welches die Kosten der Luftverschmutzung im Kanton Zürich in den Jahren 2000 und 2010 aufzeigt
Die Luftverschmutzung verursachte im Kanton Zürich im Jahr 2010 Kosten von rund 880 Mio. Franken (Quelle: econcept, 2013)

Die Kosten aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen machten im Jahr 2010 mit 660 Mio. Franken den Hauptanteil der Kosten aus. Weitere Kosten entstanden durch Schäden an Gebäuden sowie erhöhte Unterhaltskosten. Luftschadstoffe greifen die Bausubstanz an und aufgrund des Feinstaubs in der Luft müssen Gebäude häufiger gereinigt werden. Die Gebäudeschadenskosten betrugen im Kanton Zürich im Jahr 2010 171 Mio. Franken. Ausserdem beeinflussen Luftschadstoffe auch das Wachstum sowie die Zusammensetzung der Pflanzen. Die Biodiversität nimmt ab und das verminderte Pflanzen- und Wurzelwachstum kann zu Waldschäden und Ernteausfällen führen.

Der Vergleich mit dem Jahr 2000 zeigt, dass die Kosten der Luftverschmutzung seither nur leicht gestiegen sind. Hätte im gleichen Zeitraum nicht eine Verbesserung der Luftqualität stattgefunden, wären die Kosten im Jahr 2010 um zusätzliche 146 Mio. Franken höher ausgefallen. Die Bevölkerungszahl im Kanton hat in diesem Zeitraum zugenommen und auch die Behandlungskosten sind gestiegen. Zudem haben sich die Gebäudeflächen im Kanton vergrössert und die Bau- sowie die Reinigungskosten haben zugenommen. Mit der Verbesserung der Luftqualität konnte dieser Kostenanstieg verhindert werden.

Verursacher der Luftschadstoffbelastung und ihre Kosten

Säulendiagramm, welches den Anteil der Verursacher an den luftschadstoffbedingten Kosten im Kanton Zürich aufzeigt
Der Strassenverkehr war im Jahr 2010 hauptverantwortlich für die luftschadstoffbedingten Kosten im Kanton Zürich (Quelle: econcept, 2013)

Von allen Verursachern der Luftverschmutzung trägt der Strassenverkehr mit 385 Mio. Franken den grössten Anteil zu den Kosten bei. Weitere rund 180 Mio. Franken entfallen auf die Land- und Forstwirtschaft, rund 150 Mio. Franken auf die Industrie und rund 160 Mio. Franken auf Haushalte, Gewerbe und Dienstleistungsbetriebe.