Lichtemissionen

Lichtglocke über Zürich (Quelle: Dark-Sky Switzerland)
Lichtglocke über Zürich (Quelle: Dark-Sky Switzerland)

Künstliche Beleuchtung macht die Nacht zum Tag und lässt den Sternenhimmel hinter einer «Lichtglocke» verschwinden. Dies wirkt sich negativ auf Menschen, Tiere und Pflanzen aus, beispielsweise auf nachtaktive Zugvögel. Mit einer zweckmässigen Beleuchtung lassen sich unnötige Lichtemissionen und schädliche Lichtimmissionen vermeiden und zudem Strom und Kosten sparen.

Auswirkungen von Lichtverschmutzung

Lichtverschmutzung ist ungenutztes Kunstlicht

Lichtverschmutzung ist die künstliche Aufhellung des Nachthimmels mit schädlichen oder lästigen Einwirkungen auf den Menschen und seine Umwelt. Der Begriff Lichtverschmutzung bezeichnet direkt blendendes Kunstlicht und Kunstlicht, das an Luft- und Staubteilchen in der Atmosphäre gestreut wird und damit den Himmel aufhellt (Lichtglocke).

Aussenräume wurden in den letzten Jahrzehnten immer stärker beleuchtet. Ein erheblicher Teil des Lichts wird dabei nicht genutzt und erhellt stattdessen den Nachthimmel.

Lichtverschmutzung beeinflusst Menschen und Natur

Licht ist ein wichtiger Zeitgeber für viele biologische Prozesse. Beim Menschen kann künstliches Licht deshalb den Schlaf-Wach-Rhythmus verändern. Dies beeinträchtigt die Gesundheit. Störungen des natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus durch künstliche Beleuchtung wirken sich auch negativ aus auf lichtempfindliche Tier- und Pflanzenarten, darunter bedrohte und geschützte Arten. Nachtaktive Insekten, Amphibien oder Säugetiere können in ihrem normalen Lebensablauf (Nahrungssuche, Fortpflanzung, usw.) gestört werden. Für viele Insekten wirken künstliche Lichtquellen als eigentliche Fallen. Weiter werden nachtaktive Zugvögel, die sich unter anderem an den Sternen orientieren, von den Lichtglocken über Agglomerationen angezogen und bei ihrem Flug in die Winter- oder Sommerquartiere behindert.

Lichtverschmutzung ist Energieverschwendung

Zweckmässig eingesetzte Beleuchtung vermindert den Energieverbrauch und vermeidet Kosten.

Grundsätze für die Planung und den Betrieb von Beleuchtungen

Fünf Grundsätze für die Planung und den Betrieb von Beleuchtungen gilt es zu beachten:

  • Notwendigkeit: Nur sicherheitsrelevante Beleuchtung vorsehen. Gesamtlichtstrom minimieren.
  • Ausrichtung: Lichtstrom von oben nach unten richten. Lichtlenkung von unten nach oben vermeiden.
  • Lichtlenkung: Verminderung von unnötigen Emissionen durch präzise Lichtlenkung.
  • Helligkeit: Objekte nur so hell beleuchten wie notwendig.
  • Lichtsteuerung: Berücksichtigung der Nachtruhe durch Abschaltung oder Verwendung von Bewegungsmeldern.

Zur Beurteilung einer Beleuchtungseinrichtung steht eine Checkliste zur Verfügung.

Gesetzliche Bestimmungen

Lichtimmissionen sind Einwirkungen im Sinne des Umweltschutzgesetzes. Zur Vermeidung von lästigen oder schädlichen Einwirkungen sind Lichtemissionen deshalb gemäss Art. 11 Abs. 2 USG vorsorglich durch Massnahmen an der Quelle so weit zu begrenzen, als dies technisch und betrieblich möglich und wirtschaftlich tragbar ist. Auf einer zweiten Stufe wird ferner bei den Immissionen angesetzt: Nach Art. 11 Abs. 3 USG werden Emissionsbegrenzungen verschärft, wenn feststeht oder zu erwarten ist, dass die Einwirkungen unter Berücksichtigung der bestehenden Umweltbelastung schädlich oder lästig werden. Emissionsbegrenzungen können auch aufgrund des Natur- und Heimatschutzgesetzes sowie des Jagdgesetzes, der Signalisationsverordnung, des Planungs- und Baugesetzes oder aus Gründen der Verkehrssicherheit nötig sein. Für den Schutz vor schädlichen Laserstrahlen vgl. auch die Schall- und Laserverordnung.

Merkblatt für Gemeinden

Ein Merkblatt und der Vollzugsschlüssel Umwelt, Kapitel 4 Strahlung (Mobilfunk, Licht, Radon) informieren die Behörden über ihre Aufgaben und Massnahmen zur Vermeidung von Lichtverschmutzung.

  • Vorbild bei eigenen Bauten und Anlagen
  • Verordnungskompetenzen der Gemeinden
  • Auflagen im Baubewilligungsverfahren
  • Behandlung von Reklamationen