Immissionsmessungen NIS - Strahlenbelastung durch Mobilfunk und andere Quellen

Der Mobilfunk hat sich ab 1998 rasant entwickelt – an vielen Orten stehen heute Mobilfunkantennen. Davor gab es praktisch nur Radar-, Betriebsfunk- und Rundfunkanlagen an Höhestandorten. Es stellt sich deshalb die Frage, welchen Belastungen an elektromagnetischer Strahlung man heute im öffentlichen Raum ausgesetzt ist.

Messungen der elektromagnetischen Strahlung

Der Kanton Zürich misst seit dem Jahr 2004 auf ausgewählten Plätzen in Städten und Gemeinden die Immissionen der elektromagnetischen Strahlung.

Neu sollen diese Messungen verdichtet werden, so dass schlussendlich für die meisten Gemeinden des Kantons Ergebnisse vorliegen werden. Diese Immissionsmessungen werden periodisch wiederholt, um die zeitliche Entwicklung der Belastung und den Einfluss neuer Technologien zu verfolgen.

Die Messresultate zeigen fast immer tiefe Belastungen (Feldwerte). Bei Wiederholungen ist mit gewissen Schwankungen der Immissionen (je nach geschalteten Funkdiensten in der Umgebung) zu rechnen.

Messorte, Messvorgang und Datenauswertung

Gemessen wird vor allem auf Pausenplätzen von Schulhausanlagen, denn hier gilt der (im Vergleich zum Immissionsgrenzwert) strengere Anlagegrenzwert. Dabei wird an schulfreien Tagen am höchstbelasteten Ort während 30 Minuten gemessen. Der gemessene Feldwert wird jeweils mit dem Anlagegrenzwert für Mobilfunk verglichen. Als Messinstrument verwenden wir seit Februar 2011 ein frequenzselektives Messsystem für hochfrequente elektromagnetische Felder (Narda SRM-3006 von Emitec AG). Bis Januar 2011 wurden andere Messgeräte und -methoden verwendet.

Für jeden Standort wird ein Messblatt erstellt. Darin zeigen wir die relativen Immissionsanteile folgender Geräte und Funkanlagen an der Gesamtbelastung auf:

  • Radio, Fernsehen
  • Handy, DECT, WLAN
  • Basisstationen Mobilfunk
  • Übrige Funkanwendungen (Firmen, Private, Sicherheitsdienste)

Das Messergebnis gibt das höchste während 6 Minuten quadratisch gemittelte Gesamtfeld wieder. Dies umfasst seit 2011 alle funktechnisch betriebenen Emissionsquellen zwischen 27 und 3000 MHz. Der Unsicherheitsbereich des Messergebnisses beträgt +/- 35%.

Anlage- und Immissionsgrenzwerte

Vorsorge- und Schutzwerte in Volt pro Meter (V/m)

Immissionsgrenzwerte (Schutzwert) Anlagegrenzwerte (Vorsorgewert) 
GSM 900 MHz42 V/mGSM 900 MHz4 V/m
GSM 1800 MHz58 V/mGSM 900 / 1800 / UMTS
= gemischter Mobilfunk
5 V/m
UMTS 2100 MHz61 V/mGSM 1800 oder UMTS 21006 V/m
Radio, TV, Betriebsfunk28 V/mdo.3 V/m

Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV)

Um auch das Risiko erst vermuteter Wirkungen möglichst gering zu halten, ist der Anlagegrenzwert (Begrenzung für die von der Anlage ankommende Strahlung) eine vorsorgliche Emissionsbegrenzung und muss daher nicht überall, sondern nur an Orten mit empfindlichen Nutzungen, wo sich Menschen längere Zeit aufhalten können, also in Wohnungen, in Schulen, in Spitälern, an Arbeitsplätzen oder auf gemeinsam genutzten Kinder-Spielplätzen und Pausenplätzen, eingehalten werden. Hingegen ist auf Terrassen, auf Balkonen, in Gärten oder an Werkplätzen, also an Orten, wo man sich nur kurzfristig aufhält, für die gesamte Strahlung, die an einem Ort auftreten kann, der rund zehnmal höhere Immissionsgrenzwert massgebend, welcher den Schutz vor wissenschaftlich gesicherten gesundheitlichen Auswirkungen gewährleistet.