Abgasmessungen RSD

RSD-Messprinzip: ein Lichtstrahl wird durch die Abgaswolke geleitet. Das Mass der Abschwächung des Lichtstrahls ist abhängig von der Konzentration der Schadstoffe. Somit kann die Konzentration verschiedener Schadstoffe im Abgas ermittelt werden.

RSD Messprinzip Lightbox

Der Remote Sensing Detector (RSD) ist ein System zur berührungsfreien Messung von Schadstoffen im Abgas vorbeifahrender Fahrzeuge. Indem die Abschwächung eines durch die Abgaswolke geleiteten Lichtstrahls gemessen wird, lassen sich Aussagen zur Konzentration verschiedener Schadstoffe im Abgas machen. Das System eignet sich zur Ermittlung des realen Emissionsverhaltens von Fahrzeugen. Indem eine grosse Anzahl Fahrzeuge gemessen wird, lassen sich Aussagen über die Abhängigkeit der Schadstoffemissionen von der Fahrdynamik (Geschwindigkeit, Beschleunigung) oder bestimmter Kategorien des Fahrzeugparks (Alter, Motorenart, Marke, etc.) machen. Lastwagen können wegen der unterschiedlichen Anordnung des Auspuffs nur teilweise gemessen werden.

Ziele der RSD-Messungen

Das primäre Ziel der RSD-Messungen ist, Erkenntnisse über die Emissionen der Fahrzeuge in realen Verkehrssituationen zu erhalten - beispielsweise über den Anteil hochemittierender Fahrzeuge am gesamten Fahrzeugbestand, dem Alterungsverhalten von Abgasreinigungssystemen sowie der Abhängigkeiten der Schadstoffwerte von einzelnen Abgasstufen (EURO-Normen).

Ein weiteres Ziel der RSD-Messungen ist es, den Einfluss von verkehrsbedingten Faktoren wie beispielsweise der Fahrdynamik (Beschleunigung, Geschwindigkeit) auf den Abgasausstoss zu analysieren.

Messungen an Einzelfahrzeugen haben nur indikativen Charakter und sind rechtlich nicht verbindlich. Die gewonnenen Erkenntnisse dienen primär als Grundlage für die Planung und den Vollzug von Luftreinhalte-Massnahmen.

Messresultate und -verfahren

Seit Messbeginn im April 1997 wurden mit dem RSD-Messverfahren rund 400'000 Fahrzeuge gemessen. Die wichtigsten bisherigen Erkenntnisse aus den RSD-Messungen sind die folgenden Punkte.

Seit 2002 ist bei den Personenwagen keine Abnahme der durchschnittlichen NO-Emissionen mehr erkennbar. Dies obwohl die Abgasnormen in dieser Zeit zweimal verschärft wurden. Betrachtet wurden jeweils die mittleren Emissionen der Fahrzeuge, welche in einem bestimmten Jahr in Betrieb genommen wurden.

In den Jahren vor 2002 konnten noch deutliche Verbesserungen der Abgaswerte beobachtet werden. So zeigten die Messungen bei benzinbetriebenen PW's eine durchschnittliche Reduktion der CO-Emissionen seit 1990 um Faktor 5, bei den NO-Emissionen um Faktor 8. Die Minderung der Schadstoffemissionen durch die Einführung des Katalysators bei den Benzin-PW's und die nachfolgenden Verschärfungen der Abgasstufen zeigten sich also deutlich in den Messungen.

Da der Anteil von Diesel-PWs in den letzten Jahren gestiegen ist, haben die NO-Emissionen seit 1990 - über die gesamte gemessene PW-Flotte (Benzin + Diesel) betrachtet - jedoch nicht um Faktor 8, sondern nur etwa um Faktor 3 abgenommen. Dies begründet sich damit, dass Diesel-PWs im Vergleich zu benzinbetriebenen PWs deutlich mehr NO ausstossen.

Im Quervergleich der PWs mit Motorrädern und schweren Dieselfahrzeugen schneiden die PW bei allen gemessenen Schadstoffen gut ab. Motorräder weisen für CO die höchsten Emissionsfaktoren auf, schwere Dieselfahrzeuge (z.B. LKWs) für HC und vor allem für NO.

Grundsätzlich zeigen die Messungen, dass ein kleiner Prozentsatz der gemessenen Fahrzeuge für einen massgeblichen Anteil der Gesamtemissionen verantwortlich ist. Wenige Fahrzeuge mit hohen Emissionen produzieren einen grossen Anteil der Schadstoffe.

Diese Resultate müssen in einen Gesamtkontext gestellt werden mit der allgemein zunehmenden Verkehrsleistung.  Der heutige Trend hin zu mehr Mobilität kompensiert die Verbesserungen beim Abgasausstoss der Fahrzeuge zunehmend.