Erdwärmesonden

Für die Erstellung von Anlagen zur Erdwärmenutzung mit Sonden ist eine Bewilligung des AWEL erforderlich. Der mengen- und gütemässige Schutz des Grundwassers setzt den Erdwärmesonden Grenzen.

Wärmenutzungsatlas / Karte

Die für Erdwärmesonden zulässigen bzw. nicht zulässigen Bereiche im aktuellen Wärmenutzungsatlas basieren auf den oberflächennahen, zur Trinkwassernutzung geeigneten Schotter-Grundwasservorkommen. Tiefer liegende Grundwasservorkommen (Aquifere) im Molassefels oder Malmkalk (z.B. Mineralwasservorkommen) sind in dieser Karte bisher nicht berücksichtigt. Eine vom Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) beauftragte Arbeitsgemeinschaft von Geologiebüros (ARGE) schätzte das Risikopotenzial gemäss Art. 43 Gewässerschutzgesetz von Erdwärmesondenbohrungen in der Oberen Meeresmolasse (OMM) und des Malm auf das gesamte hydrogeologische System und mögliche Gefährdungen für das nutzbare Grundwasser ab. Aufgrund dieser Untersuchungen ist neu die zulässige Tiefe jeder Erdwärmesonde auf die Tiefenlage der OMM und dem Malm abzustimmen. Im Nordosten des Kantons und im Lägerngebiet sind auch neue Verbotszonen zu beachten.

Der Wärmenutzungsatlas wird auf die neuen Erkenntnisse betreffend den OMM- und Malmaquiferen angepasst. Bis zur Veröffentlichung des Berichtes und der Anpassung des Wärmenutzungsatlas im GIS-Browser kann die zulässige Bohrtiefe bzw. allfällige Auflagen beim AWEL angefragt werden.

Bewilligung

Das Gesuch für die Erdwärmenutzung ist direkt dem AWEL, Abt. Gewässerschutz einzureichen. Die Bearbeitungsfrist beträgt bis zu sechs Wochen.

Hinweise zum Ausfüllen des Gesuchsformulars

Pro Wärmepumpenanlage ist ein Gesuch einzureichen. 

Spezielle Auflagen für Sondenstandorte:

  • Liegt der Sondenstandort näher als 3 Meter zur Grundstückgrenze ist die Zustimmung des benachbarten Grundeigentümers dem Gesuch beizulegen.
  • Liegt der Sondenstandort innerhalb einer Baulinie ist die Zustimmung der Gemeinde, bzw. des Kantons erforderlich.
  • Innerhalb des Uferbereichs sind Sonden nicht bewilligungsfähig (Informationen Bauen in der Nähe von Gewässern).
  • Innerhalb 30 Metern zu einer SBB-Linie bzw. einem SBB-Tunnel ist durch die Bauherrschaft die Bewilligung der SBB vorgängig einzuholen und dem Gesuch beizulegen (SBB-Kontakt: Frau Tanja Nann, SBB AG Immobilienrechte, Kasernenstrasse 97 / Postfach, 8021 Zürich, E-Mail: tanja.nann@sbb.ch).

Das AWEL empfiehlt für die Ausführung der Erdwärmesonde(n) eine Bohrfirma, die Mitglied ist im «Gütesiegel für Erdwärmesonden-Bohrfirmen» (Gütesiegelliste Erdwärmesonde)

Als Wärmeträger dürfen nur Produkte gemäss Anhang A6 «Liste der Wärmeträgerflüssigkeiten» der BAFU-Vollzugshilfe «Wärmenutzung aus Boden und Untergrund» (2009) verwendet werden.

Für Kälteleistungen ≥ 100 kW ist ein Energienachweis (Bodentemperatur in 50 Jahren) einzureichen.

Unbefristete Bewilligungen für Erdwärmesonden

Bis Ende Dezember 2001 wurden gewässerschutzrechtliche Bewilligungen für die Erstellung und den Betrieb von Erdsonden-Wärmepumpenanlagen in der Regel auf 15 Jahre befristet erteilt. Mit AWEL-Verfügung Nr. 859 vom 10. Mai 2010 (sh. unten) wurden die befristeten Bewilligungen pauschal (mit einigen Ausnahmen) in unbefristete Bewilligungen überführt. Gleichzeitig wurden die Notariate eingeladen, die Anmerkung einer Bewilligung für Erdsonden-Wärmepumpenanlagen am Grundbuchblatt des Grundstücks, in welchem die Erdsonden erstellt wurden, (mit einigen Ausnahmen) zu löschen.