Rechtliche Grundlagen

Die wichtigste eidgenössische Rechtsgrundlage im Bereich Neobiota ist die Verordnung über den Umgang mit Organismen in der Umwelt (Freisetzungsverordnung, FrSV) vom 1. Oktober 2008.

 

 

 

 

Die Freisetzungsverordnung sieht folgende Kategorien von Organismen vor:

  • Gebietsfremde Organismen (Art. 3 Abs. 1 Bst. f FrSV) sind Arten, die nicht im europäischen EFTA- oder EU-Gebiet vorkommen.
  • Invasive gebietsfremde Organismen (Art. 3 Abs. 1 Bst. h FrSV) sind Arten, die sich sehr stark ausbreiten und so zu Schäden führen. Die FrSV hat für bestimmte invasive gebietsfremde Organismen (Anhang 2, Verbotsliste) ein Verbot für den Umgang in der Umwelt festgelegt.

Die Freisetzungsverordnung legt Einschränkungen für den Umgang in der Umwelt mit gebietsfremden Organismen fest. (unter Umgang versteht man Verkauf, Anpflanzung, Handeln, Tauschen, usw.):

Auflagen für alle gebietsfremden Arten

  • Sorgfaltspflicht (Art. 6 FrSV): Mit gebietsfremden Organismen muss so umgegangen werden, dass weder Mensch, Tiere, Umwelt noch die biologische Vielfalt und deren nachhaltige Nutzung beeinträchtigt werden.

Auflagen für invasive gebietsfremde Organismen

  • Umgangseinschränkungen (Art. 15 Abs. 1 FrSV): Der Umgang ist eingeschränkt sofern Gefährdungen von ihnen ausgehen (zum Beispiel wenn sie toxisch oder allergen sind, sich unkontrolliert verbreiten können, Populationen geschützter Organismen beeinträchtigen, den Stoffhaushalt der Umwelt oder wichtige Funktionen von Ökosystemen dauerhaft oder schwerwiegend beeinträchtigen können, usw.)

Auflagen für invasive gebietsfremde Organismen gemäss Anhang 2 der Freisetzungsverordnung (Verbotsliste)

Gut zu wissen

  • Bekämpfungspflicht: Der Kanton kann die Bekämpfung weiterer invasiver Neobiota anordnen, wenn sie wichtige Schutzgüter gefährden könnten (FrSV Art. 52).
  • Zur schweizweiten Harmonisierung der Umsetzung wurde die AGIN (Arbeitsgruppe Invasive Gebietsfremde Organismen) eingesetzt.