Gentechnisch veränderte Organismen (GVO)

Nutzen und Gefahren  gentechnisch veränderter Organismen (GVO) werden sehr kontrovers diskutiert. Es treffen verschiedene Werthaltungen aufeinander, die unterschiedliche Erwartungen an die Behörden auslösen.

Der Gesetzgeber unterscheidet den Umgang mit GVO in geschlossenen Systemen, wie beispielsweise in Forschungslaboratorien der Hochschulen und Biotechunternehmen (siehe Biosicherheit in Betrieben) und den Umgang mit GVO in der Umwelt (offene Systeme)

Der Umgang mit GVO in der Umwelt wird in der Freisetzungsverordnung geregelt. Es geht dabei einerseits um Freisetzungsversuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen (GVP), andererseits um das Inverkehrbringen von GVO, d.h. beispielsweise das Verkaufen von gentechnisch veränderten Lebensmitteln oder Medikamenten oder den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen.

Noch unklar sind genaue Regelungen der Koexistenz von GVO und nicht GVO. Im Bereich Monitoring von GVO wird von Bund und Kantonen Aufbauarbeit geleistet.

Aktuell

Gesuch um Bewilligung eines Freisetzungsversuchs mit gentechnisch veränderten Linien des Winterweizens mit erhöhtem Ertragspotential beim BAFU eingereicht

Ziel des Versuchs ist die Untersuchung der Ertragssteigerung der transgenen Linien unter Feldbedingungen, das Testen der transgenen Linien auf ihre Anfälligkeit gegenüber Krankheiten und Schädlingen unter Feldbedingungen und Abklärung von Biosicherheitsaspekten der Freisetzung der transgenen Winterweizenlinien.

Gesuchsteller ist das Institut für Nachhaltigkeitswissenschaften INH, Agroscope.

Der Versuch soll  auf der Protected Site der Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz stattfinden und vom Herbst 2016 bis Herbst 2022 dauern.

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Bundesrat will GVO Moratorium bis 2021 verlängern und Regelung ausarbeiten

Der Bundesrat hat beschlossen, am Verbot des Anbaus gentechnisch veränderter Pflanzen festzuhalten. In der Botschaft an das Parlament vom 29. Juni 2016 schlägt der Bundesrat vor, GVO-Kulturen nur in speziell geschaffenen GVO-Anbaugebieten zuzulassen. Ackerflächen, auf denen GVO-Sorten angebaut werden, würden in solchen Gebieten zusammengefasst und unter eine erhöhte Kontrolle gestellt. Diese GVO-Anbaugebiete sollen auf Begehren von Landwirten geschaffen werden, die als Produktionseinheit GVO-Sorten anbauen wollen. Dank dieser Organisationsform liesse sich die Trennung von GVO- und herkömmlichen Pflanzen vom Feld bis auf den Teller kontrollieren.

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Überwachung gentechnisch veränderter Organismen in der Umwelt im Jahr 2015

siehe Jahresbericht 2015 des BAFU.

Seit 2011 führt das BAFU eine Umweltüberwachung (Monitoring) durch, um allfällige Vorkommen von GVO in der Umwelt festzustellen.

Im Jahr 2015 wurden vereinzelt gentechnisch veränderte (gv) Rapspflanzen an bereits bekannten Orten gefunden. Im Kanton Zürich wurde wiederum keine GV-Raps gefunden, im Kanton Tessin hingegen ist ein neuer Standort hinzugekommen.

Das AWEL hat im Kanton Zürich zusätzlich auch Proben genommen und ebenfalls keine GV-Raps gefunden.