B-Schutz

Treten Organismen auf, die Menschen, Tiere oder die Umwelt schädigen oder die biologische Vielfalt beeinträchtigen, so ordnen die Kantone die erforderlichen Massnahmen zur Bekämpfung und – soweit erforderlich und sinnvoll – zur künftigen Verhinderung ihres Auftretens an (Art. 52 FrSV).

Derartige Ereignisse, bei welchen eine biologische Gefahr im Zentrum steht, werden B-Ereignisse genannt und stellen die öffentliche Gesundheit, die Einsatzkräfte (Feuerwehr, Polizei, Sanität) und Behörden vor besondere Herausforderungen. Mögliche B-Ereignisse sind z.B. ein Unfall in einem Forschungslabor, ein Transportunfall auf Schiene oder Strasse, das Auffinden einer unbekannten Substanz mit möglichem biologischem Hintergrund oder eine Drohung in Zusammenhang mit krankheitserregenden Organismen (B-Terror).

Um mögliche biologische Gefahren einer Freisetzung von Schadensorganismen frühzeitig erkennen und beurteilen zu können, steht dem Kanton Zürich rund um die Uhr ein Team von B-Fachberatern (B-Pikett)  zur Verfügung, welche die Einsatzleitung als Sachverständige beraten können.

Zudem verfügt der Kanton Zürich, zusammen mit den Kantonen der Ostschweiz, über spezialisierte Laborkapazitäten zur Diagnostik krankheitserregender Mikroorganismen.

Dem AWEL kommen im Rahmen des B-Schutzes somit zentrale Aufgaben im Bereich Vorsorge, Prävention und Ereignisbewältigung zu.

Mögliche Auslöser eines B-Ereignisses:

a) mutwillige und vorsätzliche Freisetzung

  • Terroristen und Kriminelle verfassen Drohbriefe mit tatsächlicher oder vermeintlicher, resp. angedrohter Freisetzung von Mikroorganismen oder Toxinen (B-Terror).
  • Umweltaktivisten, Gentech-Gegner, Tierschützer zerstören Versuchsfelder oder befreien Versuchstiere, welche gentechnische Veränderungen in ihrem Erbgut tragen oder mit pathogenen Organismen infiziert sind.

b) ungewollte und unbeabsichtigte Freisetzung

  • Fehlverhalten von Forschenden und Betreibern von stationären Anlagen (Forschungslaboratorien, Produktionsanlagen, Gewächshäuser, Tieranlagen)
  • Unfall bei Logistik- und Transportunternehmer, Handeltreibende, Detaillisten
  • Reisende stecken u. U. Drittpersonen an
  • Einbrecher in Labor (beispielsweise auf der Suche nach Drogen) setzt unbewusst Organismen frei.

c) vermeintliche Freisetzung

  • Verunsicherte Personen fühlen sich durch einen äusseren Anlass in ihrer physischen Integrität bedroht bzw. in ihrer Gesundheit gefährdet. Solche, initial verängstige Personen verbinden diese wahrscheinlich nicht reale Gefahr fälschlicherweise mit der Freisetzung eines krankheitserregenden Mikroorganismus, was zur Auslösung eines Alarms via 117 oder 118 führt (z. B. Pulverfund).

d) massenhaftes Auftreten von Krankheitserregern

  • z.B. SARS: Kontaminierte Räume und Fahrzeuge
  • Tierseuchenfall: Ansteckungsgefahr durch Boden und Fahrzeuge.