Feuerungskontrolle Gemeinde

Feuerungskontrollen - Organisation und Ablauf

Saubere und sparsame Feuerungen sind ein wesentlicher Beitrag zur Luftreinhaltung und somit zur Erhaltung unserer Gesundheit. Deshalb verlangt die Luftreinhalteverordnung (LRV) die regelmässige Kontrolle der Öl- oder Gasheizungen und den Holzfeuerungen.  

Die Organisation der Feuerungskontrolle von Öl, Gasfeuerungen bis 1000 kW und Holzfeuerungen bis 70 kW wurde im Kanton Zürich an die Gemeinden und Städte übertragen. Sie können zwischen zwei Kontrollmodellen wählen, sollen das gewählte Modell aber konsequent anwenden.

Entscheidet sich die Gemeinde oder Stadt für das «Modell 1», bleibt die Kontrolle in der Verantwortung des amtlichen Feuerungskontrolle. Beim "Modell 2" können die periodischen Kontrillen auch durch eine Fachfirma ausgeführt werden. Die Fachfirma sendet die Rapporte an folgende Zentrale, welche sie an die entsprechende Fachstelle Feuerungskontrolle weiterleitet:

Feuerungskontrolle Kt. Zürich
Rapportzentrale
Postfach 324
8344 Bäretswil

Übersicht der verschiedenen Modelle im Kanton Zürich:

Wer im Kanton Zürich in Gemeinden mit liberalisiertem Modell 2 periodische Feuerungskontrollen durchführen will, muss über folgende Ausbildungsprofile verfügen und mit dem AWEL, Abteilung Lufthygiene (stellvertretend für alle Gemeinden mit Modell 2) eine Rahmenvereinbarung unterzeichnen:

für Emissionsmessungen bei Öl- und Gasfeuerungen bis 1000 kW müssen die ausführenden Servicefachleute der Firma über die erforderliche Ausbildung für die Feuerungskontrolle des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) verfügen :

  • Feuerungskontrolleur/-in mit eidg. Fachausweis oder
  • Feuerungsgrundmodule AT1 und MT1 und –fachmodul MT2;

für Sichtkontrollen bei Holzfeuerungen bis 70 kW müssen die ausführenden Kontrolleure der Firma über die dafür notwendige Ausbildung verfügen:

  • FeuerungskontrolleurIn mit eidg. Fachausweis oder
  • Feuerungsfachmann/-frau Holz mit eidg. Fachausweis oder
  • Holzfeuerungskurs beim Schweizerischen Kaminfegermeisterverband (SKMV) neu VK1;
    Pflicht für alle ab 2020;

für Emissionskontrollen bei Holzfeuerungen bis 70 kW müssen die ausführenden Service-Fachleute der Firma über die erforderliche Ausbildung verfügen:

  • Feuerungskontrolleur/-in mit eidg. Fachausweis oder
  • Feuerungsfachmann/-frau Holz mit eidg. Fachausweis oder
  • SKMV-Holzfeuerungskurs mit Feuerungsfachmodul MT2 oder
  • AT3 / MT1 / MT3 (Pflichte für alle ab 2020).

Folgende Firmen haben pro Kontrollart eine Zulassungs­befugnis für die periodische Feuerungskontrolle in Zürcher Gemeinden mit dem liberalisierten Modell 2:

Für eine einheitliche und fachlich korrekte Feuerungskontrolle ist der Feuerungskontrolleur der Gemeinde, ausgebildet als Feuerungskontrolleur mit eidgenössischen Fachausweis, massgebend.

Die Feuerungskontrolleure werden jährlich vom AWEL zusammen mit dem Verband Zürcher Feuerungskontrolleure auf aktuelle Themen informiert oder geschult, so dass ein möglichst einheitlicher Vollzug über die 168 Gemeinden gewährleistet werden kann. Zudem stellt das AWEL den Gemeinden und Fachstellen einen Leitfaden zur Verfügung.

Damit die Wirkung der Feuerungskontrolle beobachtet werden kann, verlangt das AWEL jährlich von den Gemeinden/Städte bzw. Fachstellen einen Erfolgsbericht und führt bei den Fachstellen alle 5 - 10 Jahre einen Besuch zur Qualitätssicherung durch.

Feuerungskontrolle von Öl, Gasfeuerungen bis 1000 kW

Der Bund verlangt mit der Luftreinhalteverordnung (LRV) , dass Öl-, Gasheizungen einer regelmässigen Kontrolle unterzogen werden. Dabei unterscheidet man zwei obligatorische Kontrollarten:

  • Die Erst- oder Abnahmekontrolle von neuen oder sanierten Anlagen wird ausschliesslich durch einen amtlichen Feuerungskontrolleur der Gemeinde durchgeführt. Sie ist vergleichbar mit einer Garantieabnahme. Dies gibt dem Betreiber die Sicherheit, dass die Anlage korrekt arbeitet und die Emissionsgrenzwerte nach der LRV eingehalten werden.
  • Die Routinekontrolle findet alle zwei Jahre statt und wird durch einen amtlichen Feuerungskontrolleur oder durch eine anerkannte Fachfirma (nur in Gemeinden mit Modell 2) durchgeführt.

Feuerungskontrolle Holzfeuerungen bis 70 kW

Die Verordnung zum Massnahmenplan Luftreinhaltung des Kantons Zürich schreibt fest, dass bei allen Holzzentralheizungen alle zwei Jahre eine Emissionsmessung gemäss Messempfehlungen Feuerungen durchgeführt werden muss. Als Holzzentralheizung gilt eine zentrale Heizstelle, die einen oder mehrere Räume oder Gebäude mittels Wasser als Trägermedium mit Wärme versorgt. Öfen und Herde mit eingebautem Heizregister (wassergeführt) gelten auch als Holzzentralheizungen (z.B. Zentralheizungsherde). Einzelraumfeuerungen werden weiterhin nach Anhang 3 LRV kontrolliert (d.h. Sichtkontrolle). Als Einzelraumfeuerung gilt ein Herd oder eine Holzfeuerung, welche vorrangig zu Beheizung eines Raumes verwendet werden. Namentlich sind dies Raumheizer, Einzelherde, Kachel-, Schweden-, Speicheröfen, Kamineinsätze und offene Kamine (geschlossene und offene Cheminées). Nicht periodisch kontrollpflichtig sind Holzfeuerungen, in denen weniger als 200 kg Holz pro Jahr verbrannt wird (entspricht ca. 0.5 Ster).

Zudem gilt, dass Holzfeuerungen in der Regel nur einmal täglich angefeuert werden dürfen. Deshalb sind Holzzentralheizungen so auszurüsten, dass sie eine ausreichende Wärmeversorgung sicherstellen. Holzzentralheizungen mit automatischer Beschickung sind ohne Glutbettunterhalt zu betreiben, soweit dies technisch und betrieblich möglich ist. Andernfalls ist der Glutbettunterhaltsbetrieb auf vier Stunden pro Anfeuerung zu beschränken.

In Holzfeuerungen bis 70 kW darf nur trockenes und naturbelassenes Holz und kein Restholz, das bemalt, beschichtet, verleimt oder in anderer Weise behandelt oder belastet ist, verbrannt werden. Im Zweifelsfall wird durch den Feuerungskontrolleur eine Aschenprobe entnommen, im Labor der Urkantone oder im Labor des AWEL analysiert und durch die Behörde beurteilt.