Kontrollen

Gewässerschutz- und abfallrechtliche Kontrollen in Betrieben

Betriebskontrolle

Mann zieht Probeflasche aus einem Kunststofftank
Beprobung eines Gebindes

Die Betriebskontrolle (BK) dient dazu, bestehende und neue Betriebstätigkeiten, welche umweltrelevant sind, zu überprüfen. Die Betriebskontrolle ist darauf ausgerichtet,

  • die abwasser- und abfallrelevanten Betriebsabläufe zu erkennen,
  • festzustellen, ob bestehende Anlagen in Bezug auf ihre Ressourceneffizienz nach Stand der Technik arbeiten,
  • die Lager- und Betriebsanlagen von wassergefährdenden Stoffen zu erfassen,
  • die Sicherheit von Güterumschlagplätzen zu beurteilen,
  • festzustellen, ob ein Löschwasserrückhalte­konzept notwendig ist und
  • die Schutzmassnahmen und -einrichtungen gegenüber Hochwasser oder anderen Naturgefahren zu beurteilen.

Eine BK bezieht sich zwar in erster Linie auf die genannten Belange, beinhaltet aber auch wichtige Schnittstellen mit anderen Vollzugsbereichen (z. Bsp. Lufthygiene, Feuerpolizei, Arbeitssicherheit u.a.). Sie wird in der Regel angekündigt.

Eigenkontrolle

Ansicht Oelabscheider
Auch Ölabscheider müssen hin und wieder kontrolliert werden.

Im Rahmen der Eigenkontrolle wird der Betrieb verpflichtet, seine Industrie- und Gewerbeabwässer, Lager-/Betriebsanlagen mit gefährlichen Stoffen sowie Vorsorgemassnahmen (zum Beispiel Löschwasserrückhalt, Güterumschlagplatzabsicherung oder Schlammsammler) regelmässig selbst zu kontrollieren. Dadurch kann er Unregelmässigkeiten selbst erkennen und umgehend beheben.

Im Grundsatz ist der Betrieb für die korrekte Umsetzung des Eigenkontrollkonzeptes selber verantwortlich. Das AWEL prüft die Kontrollen oder die Umsetzung von Verbesserungs­massnahmen.

Ausführungskontrolle

Nach Abschluss eines Bauvorhabens oder einer Sanierung ist eine Ausführungskontrolle durchzuführen. Mit der Ausführungskontrolle soll sichergestellt werden, dass das Bauvorhaben beziehungsweise die Sanierung gemäss den massgebenden Unterlagen (meist die gewässerschutz- und/oder abfallrechtliche Bewilligung sowie die einschlägigen Regelwerke) ausgeführt wurde.

Je nach Betriebskategorie kann die Ausführungskontrolle durch das AWEL selbst oder durch eine private Fachperson durchgeführt werden. Es ist Aufgabe des Bauherrn, das AWEL auf den Abschluss der Bauarbeiten aufmerksam zu machen.

Ausführungskontrollen sind zwar verwandt, aber nicht zu verwechseln mit den Bauabnahmen der Gemeinde.

Stichprobenkontrolle

Männer in Betriebsmintur betrachten Rüstabfälle in Gemüsekisten
Kontrollen sollten von Verantwortungs-trägern begleitet sein.

Mit der Stichprobenkontrolle wird ein definierter Teil der Betriebe im Zufallsverfahren ausgewählt und umweltrechtlich überprüft. Die Stichprobenkontrolle ist auch ein Controlling-Instrument und gibt Aufschluss über die umweltrechtliche Situation in einer Branche, einem Fachgebiet, einer Gemeinde oder ganz generell im betrieblichen Umweltschutz.

Stichprobenkontrollen geschehen je nach Situation mit oder ohne Voranmeldung.

Branchenkontrolle

Das AWEL hat Kontrollen, welche auf standardisierte Weise durchgeführt werden können, in einzelnen Branchen spezialisierten Branchenorganisationen übertragen. Das AWEL überwacht die richtige Umsetzung und trägt Verantwortung, dass die Qualität gewährleistet und die Inhalte à jour bleiben.


Kontrollen in Malereien und Spritzwerken sowie holzverarbeitenden Betrieben (Branchenlösung VUM und VUH)

Als eine der ersten Branchen hat die Malerbranche 1997 eine Kooperationsvereinbarung mit dem Kanton Zürich abgeschlossen und die Vollzugsvereinbarung Vollzugsorganisation Umweltschutz im Malergewerbe (VUM) ins Leben gerufen. 

Holzverarbeitende Betriebe, die auch Malerarbeiten ausführen (lackieren, spritzen u.ä.), werden ebenfalls durch die Branche kontrolliert. Zu diesem Zweck wurde der Verein «Vollzugsorganisation Umweltschutz im Holzgewerbe des Kantons Zürich» (VUH) gegründet. Weitere Informationen siehe siehe Betrieblicher Umweltschutz in den Bereichen Farbe, Lacke und Holz.
 

Branchenlösung im Auto- und Transportgewerbe (Branchenlösung AGVS)
Im Kanton Zürich kontrolliert der Autogewerbeverband der Schweiz (AGVS) als Branchenorganisation die abfall-, gewässerschutz- und lufthygienischen Vorschriften im Auto- und Transportgewerbe. Weitere Informationen finden Sie auf „Betrieblicher Umweltschutz im Auto- und Transportgewerbe, im Bau, bei Werkhöfen und bei Grosstanklagern“.
 

Kontrollen von Zahnarztpraxen und Zahnkliniken
Die gesetzlich vortgeschriebenen Umweltkontrollen in Zahnarztpraxen und Zahnkliniken wurden vom AWEL speziell dazu ermächtigten Sonderabfall-Entsorgungsunternehmen übertragen. Diese schliessen mit den Praxem bzw. Kliniken eine Entsorgungsvereinbarung ab und führen im Rahmen des normalen Abholservices all zwei Jahre eine Kontrolle durch. Mehr dazu unter „Betrieblicher Umweltschutz im Gesundheitswesen und in der Forschung & Lehre“.
 

Kontrollen von Grosstanklagern
Der Kanton Zürich hat mit der Erdöl-Vereinigung und der Carbura eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen. Die Erdöl-Vereinigung kontrolliert und beurteilt die Rechtmässigkeit der Lager in gewässerschutz-, lufthygiene- und störfallrechtlicher Hinsicht und die Umsetzung der erforderlichen Massnahmen. Als Grosstanklager gelten Tanklager für Treibstoffe, Brennstoffe und Schmierstoffe mit einer Tankgrösse von mindestens 500 m³ oder mit einem Gesamtlagervolumen von mindestens 10'000 m³. Weitere Informationen und Kontaktstellen Sie auf unserer Seite „Betrieblicher Umweltschutz im Auto- und Transportgewerbe, im Bau, bei Werkhöfen und bei Grosstanklagern“.