Bewilligungen/Genehmigungen

Lagerung von Stoffen

Gebinde lagern in einem Regal mit Auffangwannen
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Für die sichere Lagerung von Stoffen und Zubereitungen (Gemischen) sind eine Vielzahl von Vorschriften aus den Bereichen Gewässerschutz, Brandschutz, Explosionsschutz, Arbeitssicherheit, Chemikaliensicherheit und Störfallvorsorge zu beachten. Der interkantonale Leitfaden „Lagerung gefährlicher Stoffe“ (Download s. unten) gibt einen umfassenden Überblick über die zu beachtenden Vorschriften und ermöglicht damit, gefährliche Stoffe besser zu erkennen, deren Lagerung zu optimieren und die nötigen Sicherheitsmassnahmen zu ergreifen.

Die Grundlage für die regelkonforme Organisation der Lagerung ist eine Lagerliste, welche alle vorhanden Stoffe, Zubereitungen und Sonderabfälle sowie deren Mengen und Eigenschaften aufführt. Darauf basierend ist ein Lagerkonzept zu erstellen, das eine Gesamtschau der örtlichen Verhältnisse und der geplanten Massnahmen ermöglicht. Das Lagerkonzept muss dazu folgende Informationen enthalten:

  • die Art und Menge der zu lagernden Stoffe
  • die baulichen, technischen und organisatorischen Massnahmen
  • die örtlichen Verhältnisse (Umgebung des Lagers, Lagerräume, Lagerart)  

Als Hilfe für die Erstellung einer Lagerliste und eines Lagerkonzepts können die Vorlagen verwendet werden (Download s. unten). Diese decken den betrieblichen Umweltschutz ab. Die Themen Störfallvorsorge, Brandschutz,
Explosionsschutz, Arbeitssicherheit und Transportsicherheit werden nicht berücksichtigt und sind separat zu beachten. Die wichtigsten Prinzipien für die sichere Lagerung von gefährlichen Stoffen sind:

  • Stoffe sind nach den verschiedenen Lagerklassen zu gruppieren
  • Unterschiedliche Lagerklassen sind getrennt (mit Zwischenraum) oder separat (in einem anderen Brandabschnitt) zu lagern.
  • Flüssige Stoffe müssen über Auffangwannen gelagert werden
  • Keine Bodenabläufe in Lagerräumen
  • Lagerräume sind von Arbeitsräumen zu trennen
  • Für die Lagerung im Freien bestehen zusätzliche Anforderungen
  • Für Kleinmengen gibt es unter Umständen erleichterte Vorschriften
  • Übersteigt die Gesamtmenge an wassergefährdenden Stoffen eine bestimmte Grenze, sind u.U. Massnahmen zum Löschwasserrückhalt vorzusehen

Bauten und Anlagen dürfen nur mit Bewilligung der zuständigen Behörden errichtet oder geändert werden. Auch Nutzungsänderungen, d.h. die Umnutzung von bestehenden Räumen oder gar eines ganzen Gebäudes für die Lagerung von gefährlichen Stoffen, sind bewilligungspflichtig. Gebindelager müssen im mindesten Fall gemeldet (Bewilligung / Meldung Tankanlagen) werden.

Die Lagerung in ortsfesten Tanks und Silos unterliegt speziellen Bedingungen und wird im Rahmen der Regelungen bei Tankanlagen beschrieben.

Die Bestimmungen zum Transport von gefährlichen Gütern unterscheiden sich von denjenigen zur Lagerung.

Bewilligungs- und Meldepflicht von Lagern

Die Lagerung von wassergefährdenden Flüssigkeiten mit einem Nutzinhalt von mehr als 20 Liter je Behälter und einem Gesamtinhalt von mehr als 450 Liter je Anlage ist bewilligungs- oder meldepflichtig.

Beilagen zum Baugesuchsformular (BVV-Ziffer 2.5)