Bewilligungen/Genehmigungen

Industrieabwasser einleiten

Verschmutztes Abwasser aus Industrie und Gewerbe hat viele Gesichter. Klassischerweise ist unter Industrieabwasser dasjenige Abwasser zu verstehen, das direkt aus der Herstellung, Verarbeitung oder Reinigung von Gütern hervorgeht. Beispielsweise fallen metallhaltige Abwässer aus Galvanikbetrieben, Abwässer aus der Verarbeitung von Lebensmitteln oder solche aus Autowaschplätzen unter diesen Begriff. Das aus der Raum- und Gerätereinigung anfallende Abwasser gehört ebenso dazu wie abgebadetes Wasser aus Schwimmbädern oder Abwasser aus Kühlanlagen. Je nach Inhaltsstoffen ist eine betriebsinterne Vorreinigung notwendig, damit die Grenzwerte der eidgenössischen Gewässerschutzverordnung eingehalten werden bzw. damit Störungen auf der öffentlichen Kläranlage ausgeschlossen werden können. Anschliessend wird das Industrieabwasser mit wenigen Ausnahmen in die Schmutzwasserkanalisation und damit auf eine öffentliche Kläranlage eingeleitet.

Entsorgung von Industrieabwasser als Sonderabfall

Entspricht das Industrieabwasser den Anforderungen an die Einleitung in die Schmutzwasser-Kanalisation gemäss Gewässerschutzverordnung (GSchV) nicht, so gilt es als Sonderabfall und darf nicht in die Kanalisation eingeleitet werden. Dafür sind verschiedene Gründe denkbar:

  • Der Betrieb verzichtet auf eine Abwasservorbehandlungsanlage
  • Die vorhandene Abwasservorbehandlungsanlage hat eine ungenügende Reinigungswirkung bzw. ist für das anfallende Industrieabwasser nicht geeignet
  • Die Menge des Industrieabwassers ist zu gering für eine wirtschaftliche betriebsinterne Vorbehandlung

Als Sonderabfall darf dieses Abwasser nur einem Betrieb zugeführt werden, der über eine VeVA-Entsorgungsbewilligung verfügt.

Landwirtschaftliche Entsorgung von Industrieabwasser

Zum Düngen geeignetes Industrieabwasser (zum Beispiel Abwasser aus der Obst- und Gemüseverarbeitung, aus Stallreinigungen oder Giessabwasser aus Treibhäusern) kann unter Umständen in der Landwirtschaft ausgebracht werden. Massgebend sind die Anforderungen gemäss Chemikalienverordnung (ChemV). Bei der Bewässerung von Kulturen ist auch das Kantonale Labor Zürich (Tel. 043 244 71 00) zu konsultieren.

Mit dem Gesuch einzureichende Unterlagen:

  • Angaben zur Zusammensetzung und zur Menge des Industrieabwassers
  • Bodenkundliches Gutachten
  • Begründung für die landwirtschaftliche Entsorgung