Kompostierung & Vergärung

Im Kanton Zürich werden biogene Abfälle seit über drei Jahrzenten separat gesammelt und verwertet. Über die Hälfte dieser Abfälle stammt aus den Separatsammlungen der Gemeinden.

Anfangs wurden alle biogenen Abfälle auf Anlagen kompostiert. Seit 1993 werden sie aber nicht mehr nur stofflich (Kompostierung) sondern zusätzlich auch noch energetisch (Vergärung) genutzt. Die Ausschöpfung des Energiepotentials der biogenen Abfälle wird im aktuellen Abfall- und auch im Energiegesetz vorgeschrieben. Als zulässige Energienutzung bei zentralen Anlagen gilt die Verwertung in Vergärungsanlagen oder in Holzschnitzelheizungen.

Ausgenommen von dieser Regelung ist die dezentrale Kompostierung biogener Abfälle im Haugarten oder im Quartier.

Verschiedene Verfahren

Bei Verwertungsanlagen, die biogene Abfälle vergären oder kompostieren, unterscheidet man zwischen drei verschiedenen Verfahren.

Feststoff-Vergärung

Durch anaerobe Fermentation von tierischem (z.B. Speisereste) und pflanzlichem (z.B. Grüngut aus dem Garten) Material wird flüssiges und festes Gärgut und Biogas gewonnen. Das Gärgut wird zum grössten Teil in der Landwirtschaft zur Düngung und Bodenverbesserung eingesetzt. Das Biogas wird als Treibstoff oder zur Produktion von Elektrizität und Wärme genutzt.

Co-Vergärung

Hier wird flüssige Gülle anaerobe fermentiert. Dieser Prozess wird mit biogenen Abfällen (z.B. Rüstabfälle) angereichert. Diese Co-Substrate werden benötigt da die Gülle allein einen zu geringen Energieinhalt aufweist. Durch den finanziellen Erlös aus der Annahme von Substraten kann die Anlage erst wirtschaftlich betrieben werden.

Kompostierung (Platz- oder Feldrandkompostierung)

Unter Luftzufuhr werden die biogenen Abfälle fachgerecht verrottet. Dazu werden in diesem aerobe Prozess sogenannte Mieten angelegt. Diese liegen dann auf befestigten Plätzen oder an Feldrändern.

Bevor die biogenen Abfälle an Mieten gelegt werden, findet eine Aufbereitung statt, in der sie zerkleinert und gemischt werden. Im folgenden Lagerung- und Verrottungsprozess werden die Mieten regelmässig mit geeigneten Geräten umgesetzt.

Anlagen und aktueller Jahresbericht

Alle Kompostier- und Vergärungsanlagen die über 100 Tonnen biogene Abfälle pro Jahr verarbeiten benötigen eine kantonale Bewilligung.

Übersteigt die Verarbeitungsmenge 5'000 Tonnen pro Jahr so ist eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) und eine Betriebsbewilligung notwendig.

Der Kanton Zürich hat mit der Branche eine Vereinbarung getroffen über die Kontrolle von Kompostier- und Vergärungsanlagen. Die Inspektionen werden nach den Vorgaben des AWEL vom Inspektorat der Kompostier- und Vergärbranche Schweiz durchgeführt. Jährlich wird ein Jahresbericht veröffentlicht.

Zulassungsliste

Die zuständigen Bundesämter haben mit Fachleuten der Kompostier- und Vergärungs-Branche eine umfassende Liste der Materialien entwickelt, die für die Kompostierung und Vergärung geeignet sind. In dieser Liste sind auch hygienische Anforderungen berücksichtigt.

Produkte aus Kompostierung und Vergärung

Die Produkte, welche aus der Kompostierung und Vergärung hervorgehen, müssen den gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Für höhere Ansprüche gelten die Qualitätsrichtlinien 2010 der Branche für Kompost und Gärgut.