Biomassekraftwerke (mit Altholz)

Im Kanton Zürich werden aktuell drei Biomassekraftwerke auf der Basis von Altholz betrieben.

Biomassekraftwerke, die auf Altholz basieren sowie auf anderen regenerierbaren Abfällen können von den kostendeckenden Einspeisegebühren für Strom profitieren. Dies erklärt auch das hohe Interesse von Firmen an der Erstellung derartiger Anlagen. Daher existieren zahlreiche Projekte im Kanton Zürich aber auch im näheren Umfeld.

Das Biomassekraftwerk Otelfingen verarbeitet pro Jahr etwa 30'000 Tonnen Altholz. Es wird von der "Biomassekraftwerk Otelfingen AG" unter Beteiligung der "BKW FMB Energie AG betrieben".

Das Werk produziert 100% Ökostrom mit dem Label „naturmade star“. Es hat eine elektrische Leistung von 2.5 Megawatt und produziert 18 GWh Strom pro Jahr. Das entspricht dem Bedarf von über 5000 Haushaltungen.

Ab Oktober 2010 wird im Rahmen des Modernisierungs- und Erweiterungsprojekts schwergewichtig der Wirkungsgrad des thermischen Anlageteils gesteigert und die Mengen an genutzter Fernwärme erhöht.

Das Biomassekraftwerk der Firma EZR AG in Weiningen verarbeitete im Jahr 2009 rund 26'000 Tonnen Altholz. Es wird insbesondere Strom produziert. Die EZR ist im Besitz des Prädikats "naturemade star", welches für umweltschonend produzierten Strom steht.

In Wila haben das Elektrizitätswerk des Kanton Zürich zusammen mit der Firma Woodpower AG eine Holzvergasungsanlage mit einer Leistung von 450 kW für die Stromerzeugung erstellt. Die Anlage erzeugt bei ca. 7000 Betriebsstunden 2200 MWh Strom pro Jahr. Für den Holzvergasungsbetrieb werden pro Stunde rund 450 kg Restholz (Gewicht vor Trocknung) benötigt. 

Künftige Herausforderungen

In Zukunft sollte bei diesen Abfallverwertungsanlagen am Gesamtenergie-Wirkungsgrad, der Verfügbarkeit des Brennstoffes und der Rechtsgleichheit (z.B. beim Thema Lufthygiene und Rückstandsqualität) gearbeitet werden.

Aktuell gehen noch grössere Altholzmengen, vorwiegend zur stofflichen Verwertung, ins Ausland. Diese Ressource könnte aber auch im Inland zur Energiegewinnung eingesetzt werden. Allerdings ist das Altholzaufkommen in der Schweiz begrenzt.

Ressourcen-Effizients und Rechtsgleichheit sicherstellen

Das AWEL des Kantons Zürich möchte aus Gründen der Ressourcen-Effizienz sicherstellen, dass zukünftig auch Biomassekraftwerke einen minimalen Gesamtwirkungsgrad erreichen. Vorgesehen ist ein Zielwert von 80%. Die Wertigkeit der produzierten Energie (Strom oder Wärme) soll in diese Rechnung eingehen. Der Strom wird in diesem Sinne gegenüber der Wärme etwa doppelt so hoch bewertet.

Im Interesse der Rechtsgleichheit haben Biomassekraftwerke künftig dieselben Anforderungen bezüglich Lufthygiene und Rückstandsqualität zu erfüllen wie Kehrichtverbrennungsanlagen (KVA). Mit den Betreibern der Biomassekraftwerke wird gemeinsam nach Lösungen für notwendige Verbesserungen gesucht.

Mehr zum Thema

Weitere Informationen zum Thema Altholz und Biomassekraftwerke finden sich auf der Homepage des Bundesamtes für Umwelt und bei weiteren Abteilungen des Kantonalen Amtes für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL)