Kies, Sand, Ton & Naturstein

Der Kanton Zürich verfügt über Kies-, Sand-, Ton- und Natursteinvorkommen. Um Handlungsspielräume kommender Generationen zu sichern und um dem Landschafts- und Naturschutz Rechnung zu tragen, soll ein sparsamer Verbrauch von Kies sowie die vermehrte Verwendung von Ersatz- und Rückbaustoffen (aufbereitete mineralische Bestandteile aus bestehenden Infrastrukturen) gefördert werden.

Im kantonalen Richtplan sind 47 Kiesabbaugebiete mit 100 Millionen m³ Reserven und 4 Tonabbaugebiete mit 2.5 Millionen m³ Reserve festgesetzt. Natursteine (Kohle, Lägernkalk) werden keine mehr abgebaut.

KAR-Modellierung

Überkantonale Zusammenhänge sind in den Berichten «KAR Modell: Modellierung der Kies-, Aushub- und Rückbaumaterialflüsse» modelliert.

Die Daten sind in der KAR-Modellierung online dargestellt.

Kiesabbau sinkt, Aushubanfall steigt

Die Erneuerung des „Bauwerkes Schweiz“ (Infrastrukturen im Hoch- und Tiefbau) wird zukünftig in jedem Kanton vermehrt Rückbaustoffe (aufbereitete mineralische Anteile) und Aushub produzieren. Die Rückbaustoffe werden Kies ersetzen und damit den Kiesabbau verlangsamen. Dadurch entsteht in Zukunft weniger Auffüllvolumen für die Ablagerung von unverschmutztem Aushub in leeren Kiesgruben. 

Der Kanton Zürich hat zu wenig Auffüllvolumen für Aushub

Die Erneuerung des „Bauwerkes Schweiz“ (Hoch- und Tiefbau) wird zukünftig in jedem Kanton vermehrt Rückbaustoffe (aufbereitete mineralische Anteile) und Aushub produzieren. Die Rückbaustoffe werden Kies ersetzen und damit den Kiesabbau verlangsamen. Dadurch entsteht weniger Auffüllvolumen für unverschmutzten Aushub. Einer höheren Aushubproduktion steht also ein zunehmend kleineres Auffüllvolumen in Kiesabbaugebieten gegenüber.

Theoretisch steht ein Auffüllvolumen in Kiesgruben von 30 Millionen m³ zur Verfügung. Doch Kiesabbau benötigt offenes Volumen. Jährlich nutzbar ist daher ein Auffüllvolumen von 3 Millionen m³, was wesentlich unter dem heutigen Bedarf von 4 Millionen m³ liegt. Zukünftig wird sich dieses Verhältnis aufgrund der Rückbaustoffe verschlimmern. Damit fehlt auch mittel- und langfristig Auffüllvolumen.

Das Auffüllvolumen liegt am falschen Ort

Der grösste Teil des Auffüllvolumens liegt im Zürcher Unterland. Das Oberland ist im Verhältnis zu seiner Bauentwicklung wesentlich unterversorgt. Die Regionen Pfannenstil, Zimmerberg und Knonaueramt haben gar kein Auffüllvolumen.

Im Rafzerfeld und im Windlacherfeld müssen die an sich unbestrittenen Höherfüllungen von Kiesgruben ein Gestaltungsplanverfahren (Planungs- und Baugesetz § 44a) durchlaufen. Mittelfristig kann damit im Unterland das Angebot gesteigert werden.

Kiestransporte bedeuten grosse Transportvolumina

Im Kanton Zürich werden jährlich rund 9 Millionen Tonnen Kies und Aushub mit Lastwagen und rund 3 Millionen Tonnen mit der Bahn transportiert.

Lastwagentransporte für Kies und Aushub verursachen mindestens 20% des gesamten Güterverkehrs auf zürcher Strassen. Zudem verursachen Lastwagen wesentliche Mengen an Feinstaub, welche die Luft belasten. Aus diesen Gründen müssen Kies und Aushub wenn möglich mit der Bahn transportiert werden. Der Regierungsrat hat mit dem "Massnahmenplans Luftreinhaltung" beschlossen, Massengütertransporte in seinem Auftrag primär mit der Bahn zu transportieren. Der Kantonsrat setzte im Kantonalen Richtplan zudem einen Bahnanteil von 35% für Kies und Aushub fest.