Schiessanlagen

Sanieren und Entsorgen

Symbolbild Schiessanlage

Liegen die Belastungen von Boden, Grundwasser oder Oberflächengewässer über den in der Altlasten-Verordnung definierten Werten, muss ein Kugelfang saniert werden.

Von den 446 Kugelfängen im Kanton Zürich liegen rund 30 in Grundwasserschutzzonen und mussten deshalb bis 2012 saniert werden. Für die Sanierung aller anderen Kugelfänge bestehen Fristen von 5, 10 oder 25 Jahren, je nach Lage in Bezug auf Grundwasser oder Oberflächengewässer.

 

Details dazu liefern die Vollzugshilfe "Altlastenbearbeitung bei Schiessanlagen" sowie der Leitfaden " Altlastenuntersuchung von Kugelfängen Sanierungsbedarf bezüglich Gewässer".

Massgebend für das Vorgehen bei der Kugelfangsanierung ist die BAFU Mitteilung "VASA- Abgeltungen bei Schiessanlagen". Das Merkblatt "Anleitung zum Einsatz mobiler XRF-Geräte bei der Untersuchung und Sanierung von Schiessanlagen" zeigt die ergänzenden Präzisierungen zu einzelnen Bearbeitungsschritten auf, die bei der Untersuchung und Sanierung von Schiessanlagen als Standard einzuhalten sind. Es ist kein Variantenstudium erforderlich.

Im Kanton Zürich sind Sanierungsprojekte für Schiessanlagen als Baugesuch bei der kommunalen Baubehörde einzugeben. Die Abwicklung läuft im Rahmen des koordinierten Baubewilligungsverfahrens. Das gewährleistet, dass alle betroffenen Fachstellen im Kanton zum Sanierungsprojekt Stellung nehmen können. In der Regel lassen die Gemeinden die Sanierung durchführen.

Eine Behandlung von belastetem Aushubmaterial von Kugelfängen (Bleientfrachtung) ist ökologisch sinnvoll, technisch machbar und wirtschaftlich tragbar. Übersteigt der Bleigehalt des zu entsorgenden Kugelfangmaterials 500 mg/kg, sind 100% des Materials gemäss dem Stand der Technik zu behandeln. Anfallendes Blei und verwertbares kiesiges Material sind vollständig (100%) zu verwerten.  Es gibt keine Bagatellmenge und auch keine Unterscheidung zwischen Boden und Untergrundmaterial.

Der Bund leistet Abgeltungen aus dem VASA Altlasten-Fonds an die Untersuchung, Überwachung und Sanierung von belasteten Standorten bei Schiessanlagen (ausgenommen sind Schiessanlagen mit einem überwiegend gewerblichen Zweck). Voraussetzung ist, dass nach dem 31. Dezember 2020 nicht mehr ins Erdreich geschossen wird und alle dann noch in Betrieb stehenden Anlagen mit künstlichen Kugelfangsystemen ausgerüstet sind.

In den nächsten Jahren sorgt der Kanton Zürich zusammen mit den Gemeinden, dem Bund und den Schützenvereinen dafür, dass die Schiessanlagen umweltverträglich und nach dem Stand der Technik weiterbetrieben werden können. Wo notwendig sind die Anlagen stillzulegen und zu sanieren. Das Vorgehenskonzept und der Stand der Arbeiten sind im Bericht zum Projekt Schiessanlagen zusammengefasst.