Littering

Wissenswertes & Lösungsansätze

Wissenswertes zum Littering: Informationen für Gemeinden und Städte

In dieser Publikation finden Sie kondensierte Informationen und Wissenswertes zum Littering, unter anderem:

Was ist Littering und wie kann man Littering gegen illegale Abfallablagerung abgrenzen?

Ursachen, mögliche Massnahmen und Hintergründe zum Littering

Was kostet Littering?

Patentlösung Pfand oder VEG?

Wo man Ansprechpartner, Ideen und Hilfe findet

Das «Handbuch Littering: Eine Praxishilfe zur Entwicklung von Massnahmen gegen Littering» (seecon GmbH, 2008) umfasst unter anderem ein umfassende und detaillierte Übersicht zu Anti-Littering-Massnahmen für verschiedene Standorte und Situationen inkl. Angaben zu Wirkungsebenen und Wirkungseinstufungen (SWOT-Analyse). Daneben findet sich auch eine ausführliche Literaturliste (Referenzen) zum Thema Littering und dessen Hintergründe. 

«Pfannenfertige» Anti-Littering Projekte und Aktionspakete für Gemeinden und Städte

Anti-Littering Projekte bzw. Aktionspakete wie sie zum Beispiel vom Verein Peopletalk oder den Litteringbotschaftern der IGSU (Interessengemeinschaft Saubere Umwelt) angeboten werden, sind so konzipiert und ausgelegt, dass Gemeinden diese Angebote problemlos in bereits bestehende oder laufende Kampagnen, Aktionen, Einzelprojekte, etc. einbinden können.

 

PEOPLETALK ist ein Jugendprojekt zur generationenübergreifenden Dialogförderung innerhalb eines Gemeinwesens.

Viele Einwohnergemeinden haben Brennpunkte, welche die Gemüter der Bevölkerung erhitzen. Littering, herumhängende Jugendliche, Gewalt im öffentlichen Raum und Vandalismus sind einige der aktuellen Brennpunkte. PEOPLETALK greift sie mittels einer lokalen Filmproduktion, einer Plakataktion und einer Internetplattform auf und zeigt Möglichkeiten für eine nachhaltige Veränderung der Situation.

Durch die mediale Umsetzung werden Lösungsansätze aus der Bevölkerung visualisiert. PEOPLETALK unterbreitet der Lokalbehörde massgeschneiderte Lösungsvorschläge innerhalb eines Jahres und ist ein interdisziplinäres Beispiel dafür, wie mit Methoden aus der soziokulturellen Animation innovative Lösungen zur Verbesserung der Lebensqualität in der Gemeinde entstehen.

Gemeinden können das Projekt Peopletalk z.B. zum Ausarbeiten von Grundlagen im Bereich Littering anwenden, hinsichtlich der Definition von Zielen, Massnahmenplänen, Strategien, etc. im Umgang mit Littering in einer Gemeinde.

Litteringbotschafter der IGSU in Aktion an der Seepromenade im Seebecken von Zürich.

Die IGSU-LITTERINGBOTSCHAFTER ziehen in verschiedenen Schweizer Städten mit ihren hippen Recyclingmobilen umher, klären Passanten auf und sind auf der Hut, dass keine Zigarettenstummel, Takeaway-Verpackungen und Getränkeverpackungen liegen blieben.

Die Litteringbotschafter der IGSU eignen sich daher ideal zur Sensibilisierung, Aufklärung und Motivation an der «Littering-Front» – sprich auf den Strassen oder in Schulen Ihrer Gemeinde. Sie schaffen den persönlichen Kontakt an neuralgischen Stellen und erreichen Ihre Bürger und Bürgerinnen direkt im persönlichen Gespräch.

Zudem können Gemeinden, Schulen, Firmen, Organisationen und Privatpersonen in der Schweiz bei der IGSU die bekannten Anti-Littering Plakate bestellen.

Finanzielle Anreize für Konsumentinnen und Konsumenten

An räumlich klar abgegrenzten Veranstaltungen und Festen haben sich Pfand-Systeme im Zusammenhang mit rezyklierbaren Verpackungen (z.B. PET-Flaschen) oder Mehrweg-Konzepten sehr bewährt um gegen Abfallberge und Littering vorzugehen. Diese Erkenntnis wurde in den letzten Jahren bei verschiedenen öffentlichen Events mehrfach gesammelt und dokumentiert.

Mehr dazu gibt es unter anderem bei der IG Saubere Veranstaltung.

Hinweise:

  • Eine generelle Pfandeinführung auf Getränkebehältnisse ist differenziert zu beurteilen, vor allem auch unter dem Aspekt der damit verbundenen volkswirtschaftlichen Gesamtkosten.
  • «Bepfandung» von PET-Flaschen an Veranstaltungen: gemäss PET-Recycling Schweiz PRS kommt es sehr auf die Veranstaltung selber darauf an. Bei überschaubaren Veranstaltungen kann man ein Pfand durchaus empfehlen, bei grösseren Veranstaltungen allerdings ist die Rückgabemenge von PET-Getränkeflaschen nicht grösser als ohne Pfand.

Saubere Veranstaltungen & Mehrweg: Infos, Empfehlungen und Unterlagen

In dieser Publikation finden Sie die wichtigsten Infos und Wissenswertes zu Mehrweg-Bechern und -Konzepten an Veranstaltungen, unter anderem:

Was habe ich von Mehrweg?

Vergleichende Ökobilanzen?

Der Becherkreislauf und das Handling

Mögliche Mehrweg-Modelle (Konzepte)

Lohnt sich Mehrweg finanziell?

Häufig gestellte Fragen

Wo gibts Mehrweg, Ansprechpartner und mehr Infos zum Thema?

Basisblatt und Textmodule zu Empfehlungen für eine saubere Veranstaltung

Das «Basisblatt für Gemeinden» enthält ausformulierte Empfehlungen für Gemeinden, wie an Events in den Bereichen «Getränke und Esswaren» für eine saubere Veranstaltung gesorgt werden kann. Die Zusammenstellung ist als Arbeits- und Hilfsmittel für Gemeinden konzipiert. Es handelt sich um generelle in der Praxis erprobte Empfehlungen. Sie sind allgemein gehalten und können daher auch nicht alle Spezialfälle abdecken.

Das Basisblatt hat einen rechtlich unverbindlichen Charakter. Grund dafür ist, dass in vielen Gemeinden die rechtlichen Grundlagen für verpflichtende Auflagen im Zusammenhang mit Veranstaltungen fehlen. Als Gemeinde können sie aber einen Anreiz schaffen indem sie beispielsweise Rabatte für staatliche Dienstleistungen und Gebühren gewähren, wenn Veranstalter (Organisations-Komitee) ihre Kriterien bzw. Empfehlungen für eine saubere Veranstaltung anwenden, umsetzen und einhalten.

Wenn sich das OK eines Events für eine saubere Veranstaltung entscheidet, möchte es auch alle seine Caterer (Restaurateure) und Standbetreiber zur Einhaltung der Kriterien verpflichten. Es soll keine Trittbrettfahrer geben.

Deshalb sind die «Textmodule für Veranstalter» in ihren Ausformulierungen zwar stark an die Empfehlungen vom «Basisblatt für Gemeinden» angelehnt, sie sind aber mit einem verpflichtenden Charakter formuliert. Das OK kann diese Vorlagen benutzen, mit dem Namen und Logo der Veranstaltung versehen und an seine Caterer und Standbetreiber abgeben.

Dazu bietet das AWEL zwei Varianten: Textmodule für Anlässe mit Getränken und Esswaren und Textmodule für Anlässe nur mit Getränken.

Anti-Littering Aktionen und Kampagnen in Kantonen & Gemeinden

Aktive Gemeinden im Kanton Zürich

Diverse Gemeinden im Kanton Zürich haben Erfahrungen mit Anti-Littering Kampagnen oder einzelnen Aktionen auf kommunaler Ebene. In welchen Gemeinden aktuell Anti-Littering Projekte und Aktionen laufen oder wo solche geplant sind erfahren Sie hier...

Kantonale und städtische Anti-Littering Kampagnen/Aktionen

In den letzten Jahren haben sich vor allem die Kantone Thurgau, Basel-Landschaft und Solothurn mit mehrjärigen Kampagnen gegen das Littering stark gemacht:

Liestal: Die Stadt Liestal setzt in einem Pionierprojekt gegen Littering auf Raumpatenschaften. Die Aktionen laufen unter der kantonalen Kampagne «Blyb suuber - mach mit!»

Bern: Auch die Stadt Bern hat dem Littering den Kampf angesagt. Zum einen trübt herumliegender Müll das Stadtbild, zum anderen fallen jedes Jahr höhere Kosten für den Steuerzahler an. Die Stadt gibt mit der Kampagne «Subers Bärn – zäme geits!» Gegensteuer und setzt dabei auf gezielte Zusatzreinigungen, Prävention und verstärkte Repression.

Online Schüler-Plakatwettbewerb der Stadt Bern:
Im Herbst 2011 rief die Stadt Bern im Rahmen der Kampagne «Subers Bärn – zäme geits!» zu einem Schüler-Plakatwettbewerb auf. Das Thema: Die Littering-Problematik. Das Resultat: 119 Plakate, die nun im Internet einsehbar sind und bis am 14. März 2012 bewertet werden können.

Basel: Das Amt für Umwelt und Energie der Stadt Basel bearbeitet das Thema Littering seit Jahren mit grossem Engagement, Aktivitäten (Massnahmen) aus diversen Handlungsfeldern und medienwirksamen Aktionen. Die Fachstelle Abfallvermeidung und Littering kann deshalb auf einen reichen Erfahrungsschatz und verschiedene «Anti-Littering-Produkte» zurückgreifen: zum Beispiel auf den «Fingerfood-Wettbewerb», der in Zusammenarbeit mit den Städten Zürich und Bern, den Kantonen Solothurn und Zürich und der Fachhochschule Zürich (ZHAW) entstanden ist (siehe unten), oder der Kunstaktion «Basler Mistkübel laden ein». Die «Basler Litteringgespräche» als weiteres Element sind ein Versuch für mehr Zusammenarbeit zwischen der öffentlichen Hand und dem Detailhandel bzw. den Grossverteilern. 

Fingerfood-Wettbewerb

Der Wettbewerb richtete sich an Studierende und Auszubildende der Lebensmittelbranche. Sie wurden eingeladen, ein abfallarmes und ökologisches Fingerfood-Angebot für Grossanlässe zu entwickeln. Das Produkt muss ohne Verpackung, Geschirr oder Unterlage ausgegeben werden können. Eine Serviette darf mit gegeben werden.

Über 70 Ideen sind eingetroffen. Diese wurden an einem «Innovationstag» im Institut für Lebensmittel- und Getränkeinnovation der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW zusammen mit Expertinnen und Experten auf ihre Praxistauglichkeit geprüft und von den Studierenden weiterentwickelt. Eine hochkarätige Jury ermittelte daraus die Gewinnerinnen und  Gewinner.

Aufruf an Verpflegungsbranche: Die Resultate zeigen, dass ein grosses Potenzial für abfallarme und ökologische Angebote der Unterwegsverpflegung besteht. Nun ist die Verpflegungs- und Lebensmittelbranche aufgerufen,  solche Produkte für die Unterwegsverpflegung auch anzubieten und gute Ideen weiter zu entwickeln.

Kunstaktion - Basler Mistkübel laden ein

In Basel stehen 1200 öffentliche Mistkübel. Trotzdem landet noch Abfall auf dem Boden statt im Kübel. Lernende von Coop, Manor und Migros haben aus diesem witzige Kunstwerke geschaffen. Dazu haben Sie freche Sprüche kreiert, welche zum Nachdenken animieren. Die 20 Werke wurden in Virtrinen auf edlen Stahlpylonen präsentiert. Gleichzeitig zeigten zahlreiche Wegweiser, dass die nächsten Mistkübel nur wenige Meter entfernt stehen. Diese Wanderausstellung gegen das Littering gastierte  jeweils während zwei bis drei Wochen auf sechs gut frequentierten öffentlichen Plätzen in Basel: dem Tellplatz, der Pfalz beim Münster, am Oberen- und Unteren Rheinweg, dem Barfüsser- sowie dem Claraplatz. Entsprechend fand die Aktion grosse Beachtung beim Publikum.

Diese Aktion entstand unter der Regie der Migros und dem Amt für Umwelt und Energie und wurde von Coop, Manor, McDonald's, Gewerbeverband sowie Stadtreinigung Basel-Stadt ideell und finanziell tatkräftig mitgetragen.

Lösungen mit dem Detailhandel und Gratiszeitungen

Verhaltenskodex für den Detailhandel

Verkaufstellen von Unterwegsverpflegung verpflichten sich auf freiwilliger Basis, die Gemeinden in ihrem Bestreben dem Littering entgegen zu wirken zu unterstützen.

Dazu regelt der Verhaltenskodex die Zuständigkeiten und definiert die Zusammenarbeit zwischen den Verkaufsstellen und Event-Veranstaltern einerseits – ungeachtet der Grösse der Verkaufsstelle bzw. des Umfangs der Veranstaltung – und den Gemeindebehörden andererseits

Auf dieser Basis lassen sich Massnahmen gegen das Littering im öffentlichen Raum einvernehmlich umsetzen. 

Anonymisierter Mustervertrag für Gratiszeitungen

Zwischen Städten/Gemeinden und Gratiszeitungen gibt es im Zusammenhang mit Littering schon verschiedene Ansätze.

Das Bundesamt für Umwelt bietet mit einem anonymisierten Mustervertrag inklusive Pflichtenheft für die Gratiszeitung-Verlage bzw. -Verteiler eine Orientierungshilfe für Gemeinden. Damit können transparente und kongruente Vereinbarungen zur Bekämpfung des Litterings im Zusammenhang mit Gratiszeitungen angestrebt werden. 

Anti-Littering (Plakat-)Kampagnen international

Die Abfall- und Stoffflusswirtschaft des Landes Steiermark in Österreich hat im Zusammenhang mit «Stop Littering – Für eine saubere Steiermark» einen Bericht veröffentlicht, der einen weltweiten Überblick über Maßnahmen gegen Littering bietet. Darin sind auch einige interessante Beispiele von Plakat-Kampagnen aus verschiedenen Ländern enthalten.    

Frühlingsputzaktion in der Steiermark (Österreich)

In der Steiermark wird jedes Jahr eine Frühjahrsputzaktion veranstaltet. Schulen, Kindergärten, Vereine, Gemeinden usw. treffen sich einmal jährlich zum freiwilligen Müllsammeln. Im Jahr 2010 nahmen 429 steirische Gemeinden mit 37.000 Freiwilligen an der 6-tätigen Aktion teil, wobei 165.000 kg Müll gesammelt wurden.

Innerhalb dieser Maßnahme wurden unter dem Slogan «Wirf Deinen Tschik nicht einfach weg» 10.000 Taschenaschenbecher an Trafikanten verteilt, welche bei der Bevölkerung einen guten Anklang fanden.

Das Plakat «verMIST» wurde an Wanderwegen angebracht und auch die anderen Plakate wurden innerhalb der Aktion verwendet um das Umweltbewusstsein der Bevölkerung zu stärken.

Kaugummis in England

In Liverpool zum Beispiel gibt es seit 2005 eine Sonderabgabe auf Kaugummi von 1.5 Cent pro Packung, da die Entfernung von Kaugummi in Liverpool pro Jahr rund 100'000 Pfund kostet.

In London hingegen wird an jeden Kaugummisünder eine rote Karte von einem Double des italienischen  Schiedsrichters Pierluigi Collina inklusive dazugehörigem Fußballteam vergeben und somit versucht das Kaugummiproblem in den Griff zu bekommen.

Die Chewing Gum Action Group (CGAG) wiederum ist eine gemeinsame Initiative von Gemeinden, die mittels lokaler Kampagnen das Ziel verfolgt, das Verhalten von «Kaugummi-Wegwerfern» zu ändern.

Müll am Körper tragen in den Niederlanden

Die Niederlande haben das Ziel bis 2012 die Litteringmenge signifikant zu reduzieren. Mit der Kampagne «Stichting Nederland Schoon» soll die Bevölkerung dazu animiert werden ihren Abfall mitzunehmen, egal wie es aussieht. Es ist schick seinen Müll am Körper zu tragen. Diese Werbung soll die Kreativität anregen und die Leute dazu bringen zu überlegen, was sie mit ihrem Müll machen, wie sie Littering reduzieren können. Als Vorbild dienen diese kreativen  Models.

Nicht erwünscht in Brisbane (Australien)

Brisbane nahm 2007 an dem «Keep Australia Beautiful Sustainable Cities Award» teil und gewann, da sie innovative Taktiken zur Aufklärung nutzten. Durch die im April gestarteten Kampagnen wurde eine 44%ige Reduktion von Zigarettenstummel an Zielorten erreicht und die beobachteten Vergehen sind von 18 auf 11% gesunken. Eine Plakatkampagne zeigt Personen, die in Brisbane nicht erwünscht sind.

«Butt free Australia» als weiteres Engagement hat verschiedene Projekte um Australien zigarettenstummelfrei zu bekommen. Einheitlich auf allen Plakaten dieser Projekte ist der Spruch «Please butt it, then bin it», ansonsten werden verschiedene Slogans verwendet. Durch diese Kampagne wurde eine 10%ige Reduktion von  Zigarettenstummel an Hauptlitteringstellen bewirkt und eine hohe Bewusstseinsbildung durch ausreichend viele Plakate, Radiowerbung, usw.