Littering

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«Ideenfabrik Littering» am Gemeindeseminar 2011

Die Zusammenfassung der Auswertungen zu den Gruppenarbeiten der fünf Gemeindeseminare 2011 zum Schwerpunkt «Littering» zeigt in kurzer und knapper Form die wichtigsten Resultate und Erkenntnisse des gegenseitigen Austauschs zwischen Gemeinden und dem Kanton Zürich im November 2011. 

Gemeinden im Bezirk Meilen setzen auf Dialog statt Bussen

Laut Polizeiverordnungen verschiedener Gemeinden im Bezirk Meilen dürfen seit zwei Jahren Bussen gegen Abfallsünder im Zusammenhang mit Littering eingesetzt werden. Gebrauch wird davon kaum gemacht, sondern eher der Dialog mit den Jugendlichen gesucht. Obwohl nicht nur diese den Abfall liegen lassen.

Anstehende Anti-Littering-Aktionen im Bezirk Meilen:

  • Uetikon a. See: 1. Fötzelitag, 31. März, Treffpunkt 9 Uhr beim Werkhof, Kontakt
  • Oetwil a. See: 1. Aufräumaktion «Oetwil wird suuber», 14. April
  • Herrliberg: Tobelreinigung, 14. April, Kontakt: 044 915 27 10
  • Hombrechtikon: Aktionstag Littering, 7. Juli

Wir unterstützen PEOPLETALK im Kanton Zürich

Die Sektion Abfallwirtschaft des AWEL geht ab März 2012 eine Partnerschafts-
vereinbarung mit dem Verein Peopletalk ein. Damit soll die Umsetzung des gleichnamigen Projekts im Kanton Zürich angekurbelt und interessierte Zürcher Gemeinden finanziell unterstützt werden.

Die Partnerschaftsvereinbarung sieht vor, dass die ersten drei Umsetzungsgemeinden im Kanton Zürich zu je CHF 10‘000.- durch das AWEL unterstützt werden. Der Projektinhalt / Brennpunkt muss dabei dem Thema «Littering» gewidmet sein.

Das vorläufige Stichdatum für interessierte Gemeinden ist die Vertragsunterzeichnung mit dem Verein Peopletalk
per 30. November 2013.

 

 

Nur die ersten drei Umsetzungsgemeinden werden berücksichtigt! Zu weiteren Auskünften und einem ersten Kontakt gelangen Sie über www.peopletalk.ch und info@peopletalk.ch oder telefonisch über Roy Buschbaum unter 079 507 04 70

Unser Verständnis von «Littering»

Littering-Situation auf einem Platz in einer Innenstadt

Orte und Situationen an denen gelittert wird, finden sich fast übertall; nicht nur in der Stadt sondern auch auf dem Lande

«Littering» ist das achtlose, unachtsame Wegwerfen oder Liegenlassen von Abfällen am Ort wo sie anfallen.

Beim Littering geht es um Kleinabfälle, die unterwegs absichtlich oder unabsichtlich auf dem Boden landen anstatt im Abfalleimer. Dabei kann man eine klare Abgrenzung zur illegalen Abfallablagerung ziehen.  

Auch wenn absolut gesehen vergleichsweise kleine Mengen an Abfällen auf dem Boden liegen bleiben, so empfindet dies doch die Mehrheit der Bevölkerung als störend und die zusätzlichen Reinigungskosten dafür sind hoch. Drei Viertel der jährlichen littering-bedingten Reinigungskosten in der Schweiz von etwa CHF 200 Mio. Franken trägt momentan die Allgemeinheit (Gemeinden und Städte).

Litteringsituation in einem öffentlichen Park

Litteringsituation in einem öffentlichen Park

Littering beeinträchtig zudem die Lebensqualität, die Sicherheit und das Sicherheitsgefühl im öffentlichen Raum und schadet dem Ruf eines Ortes. Das Phänomen «Littering» ist eine Erscheinung, die in modernen, individualisierten Gesellschaften zunehmend auftritt. Nicht zuletzt deshalb wiederspiegelt es auch unsere Haltung und unseren Bezug zu öffentlichen Räumen und ist Ausdruck für unseren Umgang mit diesem Allgemeingut.

In dieser Publikation finden Sie kondensierte Informationen und Wissenswertes zum Littering, unter anderem:

Was ist Littering und wie kann man Littering gegen illegale Abfallablagerung abgrenzen?

Ursachen, mögliche Massnahmen und Hintergründe zum Littering

Was kostet Littering?

Patentlösung Pfand oder VEG?

Wo man Ansprechpartner, Ideen und Hilfe findet

Ursachen, Ausmasse & Handlungsfelder (Massnahmen)

Ursachen

Die gesellschaftlichen Ursachen für Littering und die individuellen Motive um zu littern sind so vielfältig wie ein bunter Blumenstrauss. Die gleiche Aussage gilt sowohl für das Ausmass in dem in verschiedenen räumlichen Umgebungen bzw. Situationen gelittert wird, wie auch für die Auswahl an Ideen und möglichen Strategien um Littering über aktive und passive Kanäle und konkrete Aktivitäten zu thematisieren und einzudämmen.

Ausmasse und Fakten

Zu den gesellschaftlichen Ursachen und den Ausmassen des Litterings in der Schweiz gibt es zahlreiche Untersuchungen, Studien und Publikationen aus den letzten zehn Jahren. Das neuste und umfassendste Werk zum Thema «Littering» erstellte das Büro seecon GmbH im Jahr 2008 im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) und anderer:

Das «Handbuch Littering: Eine Praxishilfe zur Entwicklung von Massnahmen gegen Littering» (seecon GmbH, 2008) umfasst unter anderem ein umfassende und detaillierte Übersicht zu Anti-Littering-Massnahmen für verschiedene Standorte und Situationen inkl. Angaben zu Wirkungsebenen und Wirkungseinstufungen (SWOT-Analyse). Daneben findet sich auch eine ausführliche Literaturliste (Referenzen) zum Thema Littering und dessen Hintergründe. 

Handlunsfelder

Grundsätzlich werden in der Schweiz verschiedene, den lokalen Verhältnissen angepasste Konzepte, Stossrichtungen, Massnahmenkombinationen und die daraus hervorgehenden Aktionen und Aktivitäten verfolgt und umgesetzt um dem Littering auf lokaler und regionaler Ebene zu begegnen.

Wichtige Handlungsfelder, in denen Kombinationen von Anti-Littering-Massnahmen bzw. Handlungsmöglichkeiten eingebettet sind, sind dabei stets:

  • Prävention: Öffentlichkeitsarbeit und Sensibilisierung
  • Information und Bildung
  • Putzen (Reinigung) und sinnvolle Gestaltung der Infrastrukturen
  • Verhaltenskodex für den Detailhandel
  • Finanzielle Anreize für Konsumentinnen und Konsumenten und finanzielle Massnahmen für den Detailhandel 
  • Sanktionen (Bussen) und Repression

Erprobte Lösungselemente

Patentrezepte und Zaubermittel für den schnellen Erfolg im Kampf gegen Littering gibt es nicht! Und: Nicht die originellste Idee ist matchentscheidend, sonder «aktivwerden» und «dranbleiben»! Dabei ist abkupfern erlaubt...

In der Schweiz und auch in anderen europäischen Ländern gibt es einen reichen Erfahrungsschatz im Umgang mit Littering. Und: es gibt langfristig auf verschiedenen Ebenen erprobte praktische Anti-Littering-Massnahmen oder Massnahmenpakete, die - wenn sie konsequent und in der richtigen Situation angewendet werden - erfolgsversprechend sind.

 

Für konkrete Aktionen oder Kampagnen in der Öffentlichkeit ist es dabei besonders wichtig, dass:

  • die betroffenen Gemeinden oder Regionen selber aktiv werden und immer wieder am Thema «Littering» arbeiten, mit Freude, Elan und Hartnäckigkeit (Kontinuität gewährleisten).
  • die betroffenen Gemeinden oder Regionen mit der Bevölkerung und den Verursachern den direkten Kontakt und das persönliche Gespräch suchen.
  • entscheidende Persönlichkeiten der Gemeinde das Anti-Littering-Projekt mittragen.
  • es Massnahmenpakete und nicht nur Einzelmassnahmen sind.
  • ein jährliches Littering-Budget zur Verfügung steht (ohne Finanzen geht wenig).
  • externe Fachleute die betroffenen Gemeinden oder Regionen begleiten und einen "Roten Faden" in die Bemühungen und das Engagement reinlegen.
  • die Aktionen oder Kampagnen einen Wiedererkennungs-Effekt haben und ein Medieninteresse auslösen.
  • «Littering» als Chance und nicht als Last verstanden wird.

Tipp: Zusammenarbeit unter Gemeinden schafft Synergien, ist personal- und kostensparend und man kann die "Zugpferd-Rolle" abtauschen.   

Was Littering kostet

Littering verursacht in der Schweiz jährlich zusätzliche Reinigungskosten von rund CHF 200 Mio. Franken. Zahlen zu den Mehrkosten der Gemeinden lagen bis anhin nur als grobe Schätzungen vor. Nun konnten diese in der Grössenordnung durch eine breit angelegte Studie des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) bestätigt werden. Mehr...