Bauabfälle

Schema eines idealisierten und vereinfachten Baustoffkreislaufes

Idealisierter und vereinfachter Baustoffkreislauf mit Rückbaustoffen (dunkel) und Bauabfällen (gelb) Lightbox

Beim Bau oder Rückbau von Bauwerken im Hoch- und Tiefbau fallen grosse Mengen verschiedener Materialien an.

Werden Bauwerke konsequent und fachgerecht zurückgebaut, so fallen zum grösste Teil Stoffe mit mineralischem Ursprung an. Diese können nach einer Aufbereitung wieder als Baustoffe (Rohstoffe) eingesetzt werden. Diese Fraktion wird darum auch den Rückbaustoffen zugeordnet. So wird z.B. Beton- und Mischgranulat für die Herstellung von Beton eingesetzt und Asphaltgranulat für die Herstellung von Asphaltbelag.

Der restliche Teil, die Bauabfälle, werden in Kehrichtverbrennungsanlagen (KVA) thermisch verwertet (verbrannt) oder auf Deponien abgelagert.

Für Bautätigkeiten, bei denen erhebliche Abfallmengen anfallen, sollte bereits in der Projektphase ein Entsorgungskonzept nach SIA-Empfehlung 430 (SN 509 430) erarbeitet werden. Das gehört zur Grundlage für Ausschreibungen und Werkverträge.

Was und was nicht?

Bauschutt

Betonabbruch auf einem Haufen, vermischt mit Metallen und Plastik, die auch aus dem Abbruch stammen

Betonabbruch ist ein wichtiger mineralischer Rückbaustoff Lightbox

Bauschutt ist der verwertbare, mineralische und mengenmässig wichtigste Teil der Materialien, die bei Bau- und Rückbauarbeiten anfallen. Dazu gehören beispielsweise Betonabbruch, Ziegel, Mauerabbruch und Strasseaufbruch (Beläge). Diese mineralischen Rückbaustoffe werden in die Fraktionen Ausbauasphalt, Strassenaufbruch, Betonaufbruch und Mischabbruch eingeteilt.

Bausperrgut

Ansammlung von Bausperrgut, eine Mischung aus verschiedenen Materialien

Bausperrgut ist ein Bauabfall und eine Mischung aus verschiedenen Materialien Lightbox

Bausperrgut sind Bauabfälle, die nicht dem Aushub, dem Bauschutt bzw. den Rückbaustoffen oder den Sonderabfällen zugeordnet werden können. Sie enthalten verschiedene Materialien wie Holz/Altholz, Metalle, Kunststoffe und wenige mineralische Anteile. Man kann Bausperrgut noch weiter aufteilen in verwertbare und nicht verwertbare Abfälle. 

Sonderabfälle

Auch beim Bau und Rückbau fallen Sonderabfälle an. Das sind Bauabfälle, die aufgrund ihrer chemischen und physikalischen Eigenschaften eine besondere Gefahr für die Umwelt darstellen und deshalb speziell zu behandeln sind.

Zuständigkeit & Finanzierung

Für eine umweltgerechte und korrekte Entsorgung von Bauabfällen sind die Inhaberinnen und Inhaber zuständig (Verursacherprinzip).

Gemäss Art. 9 der Technischen Verordnung über Abfälle (TVA) müssen Bauabfälle getrennt und möglichst weitgehend der Wiederverwertung zugeführt werden. Gemeinden können eine weitgehende Trennung der Abfälle auf der einzelnen Baustelle verlangen (Art. 16 a Kantonales Abfallgesetz)

Zwei Richtlinien der Bundesamtes für Umwelt (BAFU) regeln einerseits die Verwertung, Behandlung und Ablagerung von Aushub-, Abraum- und Ausbruchmaterial (Aushubrichtlinie) und andererseit die Verwertung mineralischer Bauabfälle (siehe "Mehr zum Thema" weiter unten).

Die Kosten um Bauabfälle zu sortieren, zu verwerten, zu behandeln oder abzulagern müssen durch die Inhaberinnen und Inhaber getragen werden. 

Entsorgungsunternehmen

Verwertungsschritte zur Herstellung von Recycling-Kies in einer Bauschutt-Aufbereitungsanlage

Bauschuttaufbereitende Betriebe - hier für die Herstellung von Recycling-Kies - sind Abfallanlagen Lightbox

Rückbaustoffe und Bauabfälle werden in der Regel via Bauschutt-Aufbereitungsanlagen oder Bausperrgut-Sortieranlagen in einem ersten Schritt gesammelt, triagiert und aufgearbeitet. Danach werden einzelne Fraktionen weiter behandelt und zu neuen Produkten verarbeitet, andere werden verbrannt oder deponiert.

Unternehmen, die Abfälle entgegen nehmen und behandeln sind Abfallanlagen und brauchen ab einer bestimmten Grösse eine Bewilligung. Zusätzlich ist für bestimmte Abfälle eine spezielle Bewilligung erforderlich. Die Beurteilung (Bewilligung, Genehmigung) seitens der kantonalen Stellen wird von der Leitstelle für Baubewilligungen (BAKU) koordiniert.

Tipps & Hinweise

Treppenhaus aus Recyclingbeton im Zivilschutz-Ausbildungszentrum in Andelfingen

Einsatz von Recyclingbeton beim Bau des Zivilschutz-Ausbildungszentrums in Andelfingen Lightbox

Die Gemeinden können eine Vorbildfunktion zur Förderung von Rückbaustoffen, z.B. der Verwendung von Recycling-Beton, übernehmen. Gemeinden können zudem verlangen, dass mit Baugesuchen ein Entsorgungskonzept nach der SIA-Empfehlung 430 vorgelegt wird.

"Bauteilnetz Schweiz" ist der Dachverband der Bauteilbörsen, bei denen gebrauchte und noch funktionstüchtige Bauteile (z.B. aus Holz) verkauft oder gekauft werden können.